Kurdische Aktivisten aus Sorge um Öcalan im Hungerstreik

5. September 2016, 16:41
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Gruppe verlangt Auskunft über Gesundheitszustand des inhaftierten PKK-Chefs

Diyarbakir – Aus Sorge um den inhaftierten PKK-Chef Abdullah Öcalan haben 50 prokurdische Aktivisten und Abgeordnete am Montag einen unbefristeten Hungerstreik begonnen. Die Gruppe, unter ihnen Abgeordnete der prokurdischen Partei HDP, beklagte, dass sie seit Monaten keine Informationen über den "Gesundheitszustand und die Sicherheit" des Anführers der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) erhalten habe.

Die Protestaktion werde erst beendet, wenn ein Treffen zwischen Öcalan und seinen Anwälten oder einer politischen Delegation ermöglicht werde, sagte die HDP-Politikerin Sebahat Tuncel in der Kurdenmetropole Diyarbakir im Südosten der Türkei.

Hochverratsprozess

Öcalan war 1999 in einem Hochverratsprozess zum Tode verurteilt worden. 2002 wurde seine Strafe nach Abschaffung der Todesstrafe in der Türkei in lebenslange Haft umgewandelt. Seit im vergangenen Sommer nach zweieinhalb Jahren der Waffenstillstand zwischen der PKK und der türkischen Regierung zerbrach, dürfen weder seine Anwälte noch seine Angehörigen Öcalan im Gefängnis besuchen.

Justizminister Bekir Bozdag hatte am Sonntag Spekulationen über Öcalans Wohl zurückgewiesen. Das Thema werde regelmäßig von den PKK-Anhängern missbraucht. Er warf ihnen vor, "unbegründete Informationen über seine Gesundheit und Sicherheit zu verbreiten".

Die türkische Armee weitete ihre Offensive gegen die PKK im Südosten der Türkei am Wochenende weiter aus, nachdem 22 Soldaten sowie eine Dorfwache bei Anschlägen mutmaßlicher Kurdenrebellen getötet worden waren. (APA, 5.9.2016)

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