Khamenei bezeichnet saudische Führer als "Ungläubige"

5. September 2016, 16:38
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Iran vergleicht das Königreich mit dem Erzfeind Israel

Islam/Religiöses Ereignis/Int. Beziehungen/Iran/Zusammenfassung – Teheran Teheran – Der Ton zwischen den rivalisierenden Golfmächten Iran und Saudi-Arabien hat sich wieder verschärft. Der iranische Führer Ajatollah Ali Khamenei rief dazu auf, die Verwaltung der jährlichen Pilgerfahrt Hadsch nach Mekka durch Saudi-Arabien zu überdenken. Zur Begründung führte er am Montag unter anderem den Tod von Tausenden Pilgern im vergangenen Jahr an.

Zugleich beschimpfte Khamenei die Führer Saudi-Arabiens als Ungläubige. "Die Muslime weltweit sollten die blasphemische und (von Weltmächten) abhängige Natur der Saudis erkennen", sagte Khamenei in seiner jährlichen Botschaft vor dem Hadsch.

"Paranoia"

Der einflussreiche Kommandant der iranischen Revolutionsgarden, General Mohammed Ali Jafari, verglich Saudi-Arabien mit dem Erzfeind Israel. "Heute sind die Saudis in die Fußstapfen der israelischen Zionisten getreten", schrieb er auf Twitter. Außenamtssprecher Bahram Ghassemi forderte Saudi-Arabien auf, seine Paranoia gegenüber dem Iran abzulegen und wieder rational zu denken und zu handeln.

Die diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern sind seit Jänner abgebrochen. Wegen der diplomatischen Krise nehmen in diesem Jahr keine iranischen Pilger am Hadsch teil.

Saudi-Arabien und der Iran sind regionale Rivalen. Der Iran betrachtet sich als Schutzmacht der Schiiten, Saudi-Arabien als Schutzmacht der Sunniten. Die Führung in Teheran unterstützt den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad, das Königshaus in Riad hingegen die Rebellen, die gegen Assad kämpfen.

Riad brach die diplomatischen Beziehungen zu Teheran ab, nachdem aufgebrachte Demonstranten die Botschaft des Landes in Teheran gestürmt hatten. Zuvor waren in Saudi-Arabien 47 Menschen als "Terroristen" hingerichtet worden, unter ihnen auch der prominente schiitische Geistliche Nimr al-Nimr. Seine Enthauptung löste massive Spannungen zwischen den beiden islamischen Großmächten aus. (APA, 5.9.2016)

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