Wasserleitung aus dem 16. Jahrhundert in Innsbruck entdeckt

5. September 2016, 15:38
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Rohre aus Lärchenholz im Stadtteil Mühlau dürften aus der Zeit Ferdinands I. stammen

Innsbruck – Bei Bodensondierungen im Innsbrucker Stadtteil Mühlau ist eine mehrere Jahrhunderte alte Wasserleitung aus Holz entdeckt worden. Sie dürfte aus der Zeit von Kaiser Ferdinand I., also aus dem 16. Jahrhundert stammen, teilten die Tiroler Landesmuseen am Montag in einer Aussendung mit.

Dendrochronologische Untersuchungen (dabei werden die Jahresringe von Bäumen anhand ihrer unterschiedlichen Breite einer bestimmten Wachstumszeit zugeordnet) sollen nun eine zeitliche Eingrenzung der Holzröhren ermöglichen. Das archäologische Grabungsteam der Landesmuseen konnte am Oberkoflerweg zwei dieser sogenannten Deichelleitungen auf einer Länge von jeweils rund 30 Metern freilegen.

Guter Zustand

Die Wasserleitungen bestehen aus bis zu vier Meter langen Röhren aus Lärchenstämmen mit einem Außendurchmesser von rund 25 Zentimetern und einem Innendurchmesser von rund siebeneinhalb Zentimetern. Aufgrund ihrer Lagerung in wasserdurchsetztem Schotter bzw. Torf sind sie in einem sehr guten Zustand, hieß es seitens der Landesmuseen. Das Grabungsteam gehe davon aus, dass die Leitungen ursprünglich in rund 40 Zentimeter breite, flache Gräben verlegt worden waren. Aufgrund späterer Vermurungen lagen sie jetzt in einer Tiefe von bis zu 2,3 Metern.

Die Holzröhrenleitungen belieferten wahrscheinlich die Mühlauer Brunner mit Wasser. Beide Leitungen weisen laut Landesmuseen dieselbe Art der Verbindung auf: Das talwärts gerichtete konische Röhrenende steckt in der hangseitig geraden Stirnfront der tiefer gelegten Röhre. Die archäologischen Untersuchungen hätten ergeben, dass die Bohrung mit einem über zwei Meter langen Deichelbohrer von beiden Enden des Baumstammes bis jeweils zur Mitte erfolgte.

Keine schriftliche Dokumentation

Im Plan der Hofbrunnenwasserleitung von 1796 seien die freigelegten Leitungen nicht verzeichnet. Der Plan halte den Verlauf der 1594/95 angelegten Mühlauer Hofwasserleitung fest. Deshalb und aufgrund der massiven Überlagerung durch Murenmaterial sei anzunehmen, dass die Wasserleitungen bereits Ende des 18. Jahrhunderts nicht mehr aktiv waren. Die Holzröhren könnten aber auch mit einem Fischbehälter und einen Weiher in Verbindung stehen, die zum 1563 von Kaiser Ferdinand I. errichteten Tiroler Fischmeisteramt gehörten. (APA, red, 5. 9. 2016)

  • Die uralten Holzrohre lagen in bis zu 2,3 Metern Tiefe.
    foto: apa/tlm

    Die uralten Holzrohre lagen in bis zu 2,3 Metern Tiefe.

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