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Österreich muss international aufholen

7. September 2016, 12:48

Neue Arbeitswelten – bedingt durch Globalisierung und Digitalisierung – fordern neue, nämlich flexiblere Arbeitszeiten. Während die skandinavischen Länder das flexible Arbeitszeitmodell bereits erfolgreich leben, hinkt Österreich im internationalen Vergleich noch hinterher.

Flexible Arbeitszeiten sind umso weiter verbreitet, je fortschrittlicher eine Volkswirtschaft ist. Spitzenreiter sind Finnland, Dänemark und Schweden, wo bis zu 80 % der Unternehmen mit mehr als neun Mitarbeitern flexible Arbeitszeiten praktizieren (European Company Survey 2013). Der Rechtsrahmen in fortschrittlichen Volkswirtschaften ist auch oft flexibler: In Finnland und Schweden gibt es z.B. keine gesetzlichen Höchstgrenzen für tägliche und wöchentliche Arbeitszeit, nur Vorgaben für Ruhepausen. In Deutschland darf man pro Woche bis zu 60 Stunden arbeiten, in Österreich grundsätzlich nur bis zu 50 Stunden. Unsere Nachbarn dürfen am Samstagnachmittag arbeiten, in Österreich ist das grundsätzlich verboten. Zudem gibt es in vielen Ländern wie Deutschland und Schweden keinen gesetzlichen Überstundenzuschlag, nur Regelungen in Kollektivverträgen, die aber im Gegensatz zu Österreich nur für einen Teil der Arbeitnehmer gelten.

Österreich hinkt international hinterher

Österreich hat somit Aufholbedarf. Dabei hat sich Flexibilität in der Vergangenheit bewährt: "Während der Wirtschaftskrise 2008/2009 ist die heimische Wirtschaft um 3,8 Prozent eingebrochen, die Beschäftigungszahlen sanken jedoch nur um 1,4 Prozent", fasst Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit der WKÖ, zusammen. "Rund 80.000 Arbeitsplätze konnten auf diese Weise gesichert werden. Nach einer Erhebung der OECD entfiel davon ein großer Teil auf Formen flexibler Beschäftigung, insbesondere auf Überstundenabbau und flexible Arbeitszeiten." Das war aber nur möglich, weil man in der Krise einvernehmlich zum Teil über die rechtlichen Grenzen hinausging.

Flexibles Arbeiten sichert Arbeitsplätze

Flexible Arbeitszeitmodelle und zeitgemäße Beschäftigungsformen sichern also besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Arbeitsplätze. "Damit Österreich auch morgen noch davon profitieren kann, braucht es dringender denn je moderne, zeitgemäße Arbeitszeitregelungen", ist Gleitsmann überzeugt. Das positive Verhältnis zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern sieht sie dabei als ein hohes und wertvolles Gut und keineswegs als Selbstverständlichkeit. In den USA etwa ist das "Hire & Fire"-Prinzip berüchtigt: Ist die Auftragslage gut, wird mehr Personal eingestellt, um Spitzen abzudecken. Verschlechtert sich jedoch die Auftragslage, werden Jobs innerhalb kürzester Zeit abgebaut. Doch damit ist niemandem auf Dauer gedient.

Österreich darf Wandel nicht "verschlafen"

Die Mehrheit der heimischen Arbeitnehmer ist vollzeitbeschäftigt und hier gelten relativ starre Regeln. Menschen und Unternehmen wollen und brauchen aber Flexibilität. Kein Wunder, dass flexiblere Beschäftigungsformen – Teilzeit, Selbständigkeit, Arbeitskräfteüberlassung – auf dem Vormarsch sind. "Damit Österreich den Wandel hin zu einer ,Neuen Welt der Arbeit‘ nicht verschläft und die Zufriedenheit der Beschäftigten in Vollzeitarbeitsmodellen wieder gestärkt wird, braucht es ein schnelles Umdenken hin zu zeitgemäßen Arbeitszeitmodellen", unterstreicht der WKÖ-Experte.


Weitere Informationen zur Kampagne für flexiblere Arbeitszeiten der WKÖ finden Sie hier.

  • Artikelbild
    foto: konstantynov
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