Warum es gut ist, wenn das iPhone-Design gleich bleibt

5. September 2016, 12:08
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IT-Journalisten und Fans erwarten sich jedes Jahr ein spektakulär neues Design – doch im Grunde ist das irrelevant

Wenn Apple am Mittwoch das iPhone 7 präsentiert hat, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Großteil der Reaktionen aus enttäuschten Wortmeldungen über das Design des Geräts besteht. Denn es gilt als nahezu fix, dass das nächste iPhone genauso wie sein Vorgänger – und damit auch sein Vorvorgänger – aussehen wird. Damit bricht Apple eine Tradition: Bislang wurde das Design des iPhone alle zwei Jahre stark verändert. Konkurrenten wie Samsung setzten hingegen auf gebogene Bildschirme, etwa im Galaxy S7 Edge.

Größere Displays und Ähnliches

Es gibt durchaus Gründe dafür, das Design eines Smartphones bei dessen Nachfolger zu erneuern: Nutzer wollten in den vergangenen Jahren etwa immer größere Displays, gleichzeitig kann durch bessere Hardware-Komponenten beim Umfang des Geräts gespart werden. Die großen Neuerungen stehen momentan jedoch aus. Die Smartphone-Technologie entwickelt sich nur mehr in geringem Maße weiter.

Ist es also ein Problem, wenn das Design des iPhones unverändert bleibt? Nein, argumentiert beispielsweise der Designer Brett Lovelady gegenüber Wired. "Wenn man einen Porsche kauft, ist man wohl Fan des Porsche 911", sagt er. Daher wolle man, dass das Porsche-Modell sich nicht zu sehr vom 911 unterscheide. Warum sollte das im Smartphone-Segment nicht gelten? Tatsächlich sind iPhones mittlerweile ein Standard und klar erkennbar.

Zum Angeben

Der einzige Grund, warum ein neues Design Sinn ergebe, wäre, dass Nutzer damit demonstrieren können, mit ihrem Gerät auf dem neuesten Stand zu sein. Nun darf man derlei Motive zum Kaufanreiz zwar nicht unterschätzen, Vorlage für sinnvolle Designs ist der "Zwang zur Neugestaltung" wohl nicht. Abgesehen davon können Nutzer ihre Geräte ohnehin mit Stickers, eigenen Hüllen und anderen Accessoires aufmotzen.

Funktion schlägt Form

"Wir haben im Smartphone-Bereich einen Punkt erreicht, an dem es nun weniger um das Design als um die Hardware selbst geht", sagt der Analyst Tuong Ngyuen zu Wired. Daher wäre es für die IT-Konzerne wichtiger, Komponenten innerhalb des bestehenden Designs zu verbessern, statt zusätzlich zur Optimierung von beispielsweise Kamera und Prozessor diese auch noch in eine neuartige Form zu pressen.

Außerdem sei die Ära der Zwei-Jahres-Verträge im Mobilfunkmarkt vorüber. Viele Kunden kaufen sich ihre Smartphones ohne dazu einen Mobilfunkvertrag abzuschließen – oder wechseln mit ihrem "älteren" Gerät zu günstigeren Konkurrenten. Außerdem haben viele Form und Aussehen des iPhones lieb gewonnen. "Für eine Person ist etwas langweilig, für die andere ist es angenehm, dass sich nicht viel ändert", sagt Designer Lovelady zu Wired. (red, 5.9.2016)

  • iPhones werden sich optisch wohl nicht groß verändern
    foto: reuters/kelly

    iPhones werden sich optisch wohl nicht groß verändern

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