Kontroverse: Recht, die Gene von Mücken zu manipulieren

5. September 2016, 11:53
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Das Genom lässt sich verändern: Die Meduni Wien lädt zur Diskussion über die ethischen Implikationen von genmanipulierenden Verfahren wie Crispr/Cas9

Moderne Techniken machen es möglich, in die Erbinformation von Organismen einzugreifen. Die Idee, das Erbgut der den Malariaparasiten übertragenden Anopheles-Stechmücke so zu verändern, dass sie keine Gefahr mehr für den Menschen darstellt, wirft ethische Fragen auf.

Darf der Mensch so in die Natur eingreifen, dass er eine ganze Spezies manipuliert oder sogar ausrottet? Und welche Konsequenzen für das Ökosystem hätte das? Diese und andere Fragestellungen werden am 7. September auf Einladung des UNESCO-Lehrstuhls für Bioethik an der MedUni Wien im Josephinum diskutiert.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO erkranken jährlich weltweit mehr als 200 Millionen Menschen an Malaria. Rund 600.000 Menschen starben im vergangenen Jahr an der Tropenkrankheit, 90 Prozent von ihnen in Afrika, in den meisten Fällen sind es Kinder unter fünf Jahren. Malaria wird durch Parasiten verursacht, die durch die Stiche infizierter Anopheles-Mücken übertragen werden.

Genabschnitte ausschalten

Die fortschrittliche Technologie namens "Gene Drive" benutzt das Protein Crispr/Cas 9 zum "Genome Editing". Dabei werden Abschnitte im Genom präzise zerschnitten und ersetzt oder ausgeschaltet. Forscher aus Kalifornien und Großbritannien ist es in Versuchen bereits gelungen, unfruchtbare Mücken zu züchten bzw. solche, die keine Malaria-Erreger mehr übertragen können. Das eröffnet auch ähnliche Ansätze zu Bekämpfung der Ausbreitung anderer von Stechmücken übertragenen Viren wie z.B. Zika oder Dengue.

Doch die technische Machbarkeit bedeutet noch lange nicht, dass man so etwas auch tun sollte. "Die Ausrottung einer ganzen Spezies kann unvorhergesehene Folgen für das Ökosystem haben", erklärt Christiane Druml, Leiterin des UNESCO-Lehrstuhls für Bioethik und des Josephinums, "welche Auswirkungen hat so etwas auf die Umwelt und die lokale Bevölkerung?" (red, 5.9.2016)

Veranstaltungshinweis:

Die Diskussion mit Fachvorträgen findet im Josephinum, Währinger Straße 25, 1090 Wien von 9.30 bis 17 Uhr statt.

Anmeldung ist erforderlich bei dominika.flomyn@meduniwien.ac.at (Tel. 40160-26051)

  • Verseucht: Anophlese-Mücken als Krankheitsüberträger könnten durch Genmanipulation ausgerottet werden.
    foto: ap

    Verseucht: Anophlese-Mücken als Krankheitsüberträger könnten durch Genmanipulation ausgerottet werden.

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