Australische Klimaforscher kritisierten Bericht der eigenen Behörde

5. September 2016, 10:17
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"Völlig unzureichende" Empfehlungen seien nach politischer Durchsetzbarkeit ausgerichtet worden

Sydney –Zwei Experten der staatlichen Behörde für Klimawandel in Australien haben einen Bericht aus eigenem Hause als vollkommen unzureichend kritisiert. Der Bericht erwecke den Eindruck, Australien habe bis 2030 Zeit für weitere Maßnahmen zur Reduzierung klimaschädlicher CO2-Emissionen.

Das sei "falsch und gefährlich", sagten die Wissenschafter David Karoly und Clive Hamilton am Montag. Sie distanzierten sich von acht Kollegen, mit denen sie an dem vergangene Woche vorgelegten Bericht gearbeitet hatten. Die Behörde habe ihre Empfehlungen danach ausgerichtet, was bei der konservativen Regierung, der zahlreiche Klimawandel-Skeptiker angehören, politisch durchsetzbar sei. An der Realität würden die Empfehlungen jedoch vorbeigehen.

Die Regierung steht auf dem Standpunkt, dass die Industrie nicht durch hohe Auflagen behindert werden darf. Sie hatte bei Amtsantritt 2013 als erstes Land der Welt ein bereits beschlossenes Emissionshandel-System wieder abgeschafft. Australien gehört als einer der größten Kohleexporteure der Welt pro Kopf der Bevölkerung gemessen zu den größten Klimasündern unter den Industrieländern. (APA, 5. 9. 2016)

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