25 Jahre Mercedes-Benz E-Klasse Cabrio

Ansichtssache6. September 2016, 16:44
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Vor 25 Jahren endete die 20 Jahre andauernde Pause: 1991 lüftete Mercedes-Benz die obere Mittelklasse, während eine Reihe darunter BMW, Audi und Saab um Marktanteile rauften

Wien – Kaum hatte Mercedes-Benz die Bauform des Kombis in der oberen Mittelklasse salonfähig gemacht und quasi im gleichen Atemzug den Turbodiesel in diesem Segment eingeführt, wartete schon die nächste Neuerung auf die Kunden. Gerade erst war der Jahreszähler auf 1990 gesprungen, und die Baureihe 123 von Mercedes-Benz wirkte nach mehr als 2,5 Millionen gebauten Fahrzeugen schon ein wenig angegraut.

IAA 1991

Gleichzeitig war aber ohnedies schon seit 1984 der Nachfolger, der W 124, der dann ab 1993 E-Klasse heißen sollte, am Markt. Zwei Jahre vor dem Start als E-Klasse, im September 1991, stellt Mercedes-Benz auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt eine offene Version des Wagens vor – den A 124.

foto: daimler
1991 stellte Mercedes-Benz sein viersitziges Cabrio der oberen Mittelklasse zum ersten Mal der Öffentlichkeit vor.

Das viersitzige Cabriolet, das auf Basis des Coupés entstand, beendete die 20 Jahre andauernde Pause, die sich Mercedes-Benz in diesem Segment verordnet hatte.

Bereits im Frühjahr 1992 kam der Wagen dann tatsächlich auf den Markt und hieß 300 CE-24. Er wurde von einem drei Liter großen Sechszylinder-Benziner angetrieben, der 220 PS leistete. Bis zur Modellpflege 1993 liefen insgesamt 6343 Exemplare vom Band.

Mit dem Neustart als E-Klasse bekam das Cabriolet auch gleich eine Reihe neuer Motoren. Den Einstieg machte ein 136 PS starker Vierzylinder, der erst nur für den Export angedacht war, das Spitzenmodell war das 272 PS starke E36-AMG-Cabriolet.

foto: daimler
1991 baute Mercedes-Benz mit dem 300 CE-24 nach 20 Jahren wieder ein viersitziges Cabrio.

Die Konkurrenz lüftete zu dieser Zeit eher bei den Wagen, die eine Nummer kleiner sind, das Festdach. Als Cabriolets in der Mittelklasse bot etwa BMW den 3er an, Audi seinen 80er, der aber schlicht Audi Cabriolet heißt, und Saab den 900.

Die Oberklassekunden werden also bei Mercedes-Benz recht exklusiv bedient. Erstaunlich hoch ist dabei der Exportanteil. Beim Sechszylinder E320 Cabriolet verzeichnet Mercedes-Benz bis zum Produktionsende 1997 sogar 75 Prozent Exportquote.

Insgesamt griffen 18.572 Kunden zum Sechszylinder, 15.380 Käufern reichte der kleinere Vierzylinder.

foto: daimler
Die Sechszylinder-Modelle sind heute begehrter als die Vierzylinder-Cabrios.

Gebrauchtwagenmarkt

Heute bekommt man das erste E-Klasse-Cabriolet mit etwas Verhandlungsgeschick um unter 10.000 Euro. Für einen gut erhaltenen Sechszylinder legt man aber auch ganz schnell einmal mehr als das Doppelte hin. AMG-Versionen sind ohnedies rar und entsprechend teuer.

Wer mit einem derartigen Fahrzeug endlich seinem Wunsch nach einem alten Cabrio nachgeben will und so verhältnismäßig günstig den Einstieg als Sammler von Young- und Oldtimern machen will, ist aber wohl gut beraten, sich keinen der Vierzylinder anzuschaffen. (Guido Gluschitsch, 6.9.2016)


Die Konkurrenten spielten eine Liga darunter

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foto: saab

1987 kommt die offene Version des Saab 900 auf den Markt, und das angestaubte Image der Edelschweden beginnt dort und da zu glänzen.

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