Wegfall von Exportgarantien würde tausende Jobs kosten

5. September 2016, 09:11
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Ohne Neuzusagen wären Exporte dauerhaft um 1,9 Prozent geringer und BIP real um 0,6 Prozent niedriger

Wien – Ohne neue staatliche Exportgarantien zur Abfederung der nicht marktbezogenen Finanzierungsrisiken im Außenhandel würden die heimischen Exporte dauerhaft um fast zwei Prozent niedriger ausfallen und das Bruttoinlandsprodukt um mehr als ein halbes Prozent angeknabbert. Das geht aus Berechnungen des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) hervor.

Bei einer Einstellung von Neuzusagen an Exportgarantien würden die Ausfuhren im weiteren Sinne dauerhaft nominell um 1,9 Prozent geringer ausfallen, und das BIP wäre über viele Jahre hinweg real um 0,6 Prozent niedriger. Ebenso wäre der Privatkonsum real um 0,9 Prozent tiefer, und es würden im Vergleich zum Referenzpfad etwa 30.000 Arbeitsplätze verloren gehen, so das Wifo am Montag in einer Aussendung.

Im Jahr 2015 wurden 3,8 Milliarden Euro an Exportgarantien und Wechselbürgschaften neu gezeichnet, damit war am Jahresende ein Haftungsobligo von 26,2 Milliarden Euro erreicht. Das betriebswirtschaftliche Ergebnis der Exportgarantien ist nach Angaben des Instituts langfristig ausgeglichen.

Die Exportgarantien für grenzüberschreitende Lieferforderungen sind auf nicht marktfähige Risiken beschränkt. Im internationalen Handel ist die Lieferung auf Ziel wegen längerer Transportwege das dominante Zahlungsverfahren und umfasst etwa 80 Prozent der Geschäftsfälle, das verbleibende Fünftel beruht auf Vorauskassageschäften. In beiden Fällen können Finanzierungsbeschränkungen ein Exportgeschäft behindern oder sogar unterbinden – deshalb unterstützt die Republik Österreich durch Bundeshaftungen für Lieferforderungen aus Exportgeschäften. (APA, 5.9.2016)

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