Unister-Insolvenzverwalter stoppt Versand von Newslettern

4. September 2016, 18:39
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Deutscher Internetkonzern benutzte womöglich Millionen E-Mail-Adressen unerlaubt für Werbung

Aufgrund von Datenschutzproblemen hat Unister-Insolvenzverwalter Lucas Flöther den Versand von Newslettern durch insolvente Gesellschaften untersagt. Da er nicht ausschließen könne, dass Unister E-Mail-Adressen unberechtigt verwende, habe er das Unternehmen "mit Nachdruck" angewiesen, den Versand sämtlicher Newsletter durch insolvente Unister-Gesellschaften so schnell wie möglich einzustellen, erklärte Flöther laut "Bild am Sonntag".

Bericht

Dem Bericht zufolge hatte der Datenschutzbeauftragte des Unternehmens im April 2015 in einem vertraulichen Bericht die Löschung von fast der Hälfte der konzernweit gesammelten E-Mail-Adressen gefordert, die für den Versand von Newslettern oder Werbung genutzt wurden. Knapp die Hälfte der 27,8 Millionen Adressen sollte demnach "aufgrund fehlender Einwilligung oder fehlendem Kundenstatus" gelöscht werden.

Eine Löschung der Daten sei nicht dokumentiert, erklärte Flöther. Deshalb müsse davon ausgegangen werden, dass diese nicht erfolgt sei.

Für Werbemails dürfen E-Mail-Adressen nur dann verwendet werden, wenn die Einwilligung der Adressinhaber vorliegt. Unister hat die umstrittenen Daten selbst gewonnen, etwa auf seinen Portalen ab-in-den-urlaub.de, geld.de oder fluege.de. Zusätzlich hatte Unister von professionellen Händlern Adressen gekauft. Wie Flöther weiter mitteilte, setzte er inzwischen eine Taskforce ein, die den Umgang mit Kundendaten bei Unister untersucht. (APA, 4.9.2016)

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