8,5 Milliarden Dollar: UPC-Mutter soll kurz vor Kauf der Formel 1 stehen

3. September 2016, 15:03
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Ecclestone: Binnen einer Woche – Liberty laut "auto, motor, sport" vor Übernahme

Monza – Die Formel 1 steht laut einem deutschen Medienbericht unmittelbar vor dem Verkauf. Das US-amerikanische Medien- und Unterhaltungsunternehmen Liberty Media wolle die Königsklasse des Motorsports für 8,5 Milliarden Dollar übernehmen, berichtete das Fachmagazin "auto, motor und sport". Liberty ist der Mutterkonzern von UPC, dem auch in Österreich marktführenden Kabelanbieter.

Ecclestone: Verkauf in dieser Woche

Formel-1-Geschäftsführer Bernie Ecclestone bestätigte dem Magazin am Rande des Grand Prix von Italien, dass das Geschäft in dieser Woche abgewickelt werden soll. Am Dienstag soll die erste von zwei Raten gezahlt werden.

Wie es mit Ecclestone weitergeht ist unklar. Der mittlerweile 85-jährige Brite, der die Formel 1 seit Ende der 70er Jahre, als er die TV- und Vermarktungsrechte gekauft hatte, führt, meinte dazu: "Ich tue, was ich immer getan habe. Es ist meine Entscheidung, welche Rolle ich einnehme."

Beim Verkauf der Formel 1 vor gut zehn Jahren an die Investmentgesellschaft CVC hatte diese Ecclestone als Geschäftsführer für die Rennserie im Amt gelassen. Noch immer ist Ecclestone auch der Entscheider, wenn es um den Verbleib von Rennstrecken im Kalender geht oder neue hinzukommen sollen.

Über einen Verkauf der Formel 1 wird schon lange spekuliert, mögliche Käufer wurden en masse gehandelt. Mit Liberty Media scheint es nun aber ernst zu sein. Besitzer des Unternehmens ist der Multi-Milliardär John Malone. Der mittlerweile 75-Jährige gründete das Unternehmen vor 25 Jahren.

Ecclestones Ära in der Formel 1 könnte sich damit mittelfristig dem Ende zuneigen. Ob die Serie nach seiner Zeit weiter von einer Person oder einem Gremium geführt wird, ist offen. Gehandelt wird laut "auto, motor und sport" auch der Geschäftsführer der Formel E, Alejandro Agag.

Hauptaktionär soll verkaufen

Zum Verkauf sollen unter anderem die Anteile von Hauptaktionär CVC Capitals stehen. Das Investmentunternehmen besitzt 35,1 Prozent an der Formel 1. Der Verkauf vor zehn Jahre hatte für Ecclestone nachträglich Folgen vor einem Gericht in Deutschland gehabt.

Der Brite war wegen des Verdachts der Bestechung und Anstiftung zur Untreue angeklagt worden. Das Verfahren vor dem Landgericht München war 2014 aber gegen eine Geldauflage eingestellt worden. Ecclestone hatte 100 Millionen Dollar gezahlt.

Der designierte neue Besitzer Liberty Media will dem Medienbericht zufolge in einem zweiten Schritt die Formel 1 in New York an der Börse platzieren. (APA, 3.9.2016)

  • Max Verstappen (Red Bull) Samstag auf dem Autodromo Nazionale in Monza.
    foto: apa/afp/giuseppe cacace

    Max Verstappen (Red Bull) Samstag auf dem Autodromo Nazionale in Monza.

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