Nur nackt ist besser: Forscher entwickeln passiv kühlenden Stoff

3. September 2016, 17:30
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Neuartige Polyethylenfolie lässt sowohl Wärme als auch Wasserdampf nahezu ungehindert durch – echte Praxistexts fehlen aber noch

Palo Alto – Womöglich wird es in unseren Breiten an diesem Wochenende zum letzten Mal für heuer passieren: Die Temperaturen sind so hoch, dass man am liebsten möglichst wenig Textiles anhat. Denn Kleidung wärmt, auch wenn es natürlich auf den Stoff ankommt – seine Dicke und die verwendeten Fasern.

Forscher um Yi Cui von der Uni Stanford haben ein Material entwickelt, das die vom Körper abgegebene Infrarotstrahlung so gut wie gar nicht reflektiert und auch Wasserdampf durchlässt. Das Gewebe ist quasi eine Weiterentwicklung von Frischhaltefolien: Das im Fachblatt "Science" vorgestellte Material namens nanoPE besteht nämlich aus zwei Lagen undurchsichtigen und nano-porösen Polyethylenfolien, zwischen die ein Geflecht aus Baumwolle gepackt wurde.

Ihr passiv kühlendes Material könnte auf diese Weise auch die Stromkosten für Klimaanlagen senken, so die Forscher. Diese gestehen aber auch ein, dass man erst prüfen müsse, wie sich nanoPE unter UV-Strahlung, bei häufigem Gebrauch sowie nach mehreren Waschgängen verhalte. (tasch, 3.9.2016)

  • stanford

    Eine Art Frischhaltefolie namens nano PE könnte künftig auch uns frisch halten.

  • Das Material unter dem Mikroskop.
    yi cui gruppe, uni stanford

    Das Material unter dem Mikroskop.

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