ÖEHV-Team verliert 0:6 gegen Deutschland

2. September 2016, 16:49
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Österreich ist beim Eishockey-Qualifikationsturnier in Lettland chancenlos und damit nur Olympia-Zuschauer

Riga – Österreichs Eishockey-Nationalteam hat die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2018 in Pyeongchang klar verpasst. Die ÖEHV-Auswahl schlitterte beim Qualifikationsturnier in Riga am Tag nach dem 1:8 gegen Gastgeber Lettland auch im Duell mit Deutschland in ein Debakel, verlor mit 0:6 (0:1,0:2,0:3). Das abschließende Spiel am Sonntag (13.00 Uhr) gegen Japan hat damit keine Bedeutung mehr.

Marcel Goc (15.), Patrick Hager (29.), Moritz Müller (38.), Patrick Reimer (43.), Felix Schütz (55./PP) und Leon Draisaitl (59./PP) schossen die Deutschen, die auf sieben NHL-Spieler bauen konnten, zum Sieg. Die ÖEHV-Truppe zeigte sich am Freitag gegenüber dem Auftritt am Donnerstag verbessert, hielt zwei Drittel mit, ein Torerfolg gelang aber bis am Ende nicht. Kapitän Thomas Raffl scheiterte in der 54. Minute mit einem Penalty an Philipp Grubauer von den Washington Capitals.

Am Sonntag (17.00) kommt es nun im abschließenden Spiel zwischen Deutschland und Lettland zum direkten Duell um einen Platz bei Olympia.

Defensiv

Teamchef Alpo Suohnen stellte nach dem enttäuschenden Auftakt seine Linien sowohl offensiv als auch defensiv komplett um. Thomas Raffl rückte zum NHL-Duo Michael Raffl und Michael Grabner in die erste Linie auf, Brian Lebler wurde in die vierte Linie zurückversetzt. Raphael Herburger wurde zu Konstantin Komarek und Andreas Kristler vorgezogen, Manuel Ganahl stürmte mit Thomas Hundertpfund und Manuel Geier. In der Abwehr wurde Mario Altmann von der Position des siebenten Verteidigers in die erste Linie zu Stefan Ulmer befördert.

Im Tor erhielt aber wieder David Kickert das Vertrauen. Vor ihm wurde allerdings zwei Drittel lang viel bessere Defensiv-Arbeit geleistet. Die Deutschen hatten 40 Minuten lang viel weniger hochkarätige Torchancen, aber genügend für einen klaren Sieg. In der 15. Minute schlugen sie zum ersten Mal zu. Die Österreicher bekamen die Scheibe hinter dem Tor nicht weg, Goc stand goldrichtig und hatte keine Probleme, die Scheibe im Netz unterzubringen.

Im Mitteldrittel hatten Kristler (24.) und vor allem Lebler im Powerplay (25.) die Ausgleichschance. Auf der Gegenseite machte es Hager besser und sorgte für eine für die Deutschen beruhigende 2:0-Führung. Müller noch vor der zweiten Pause, Reimer, Schütz und Draisaitl machten aus der Niederlage wieder eine heftige. (APA, 2.9.2016)

Olympia-Qualifikationsturnier in Riga, Freitag

  • Deutschland – Österreich 6:0 (1:0, 2:0, 3:0)
    Arena Riga

Tore: Goc (15.), Hager (29.), Müller (38.), Reimer (43.), Schütz (55./PP), Draisaitl (59./PP)

Strafminuten: 8 bzw. 8

Anm.: Th. Raffl scheiterte mit einem Penalty an Grubauer (54.)

Deutschland: Grubauer – Holzer, Ehrhoff; D. Seidenberg, Müller; Akdag, Hördler; Boyle, Fauser – Goc, Y. Seidenberg, Kink; Schütz, Hager, Kühnhackl; Macek, Draisaitl, Rieder; Reimer, Kahun, Wolf

Österreich: Kickert – Ulmer, Altmann; Schumnig, Heinrich; Schlacher, Mitterdorfer; Brunner – Th. Raffl, M. Raffl, Grabner; Kristler, Komarek, Herburger; Ganahl, Hundertpfund, M. Geier; N. Petrik, Fischer, Lebler; Haudum

  • Lettland – Japan 3:1 (0:0, 1:0, 2:1)

Stimmen:

Alpo Suhonen (Teamchef Österreich): "Zwei Drittel waren wir im Spiel. Aber wir haben Mühe, Tore zu schießen und Probleme im Powerplay. Im Schlussdrittel waren wir dann fertig. Kickert hat das ganze Spiel gespielt und gut, das gefällt mir. Die individuellen Fähigkeiten in dieser Mannschaft sind sehr verschieden. Auch die physische Bereitschaft, so ein hohes Tempo zu spielen, haben nicht alle. Es sind einige überfordert. Die Umstellungen haben schon etwas gebracht, aber im dritten Drittel war keine Kraft mehr da. Das sollte nicht sein, sie sollten wegen der Torhüter weiter kämpfen. Die letzten zwei Powerplay-Tore gefallen mir gar nicht, da waren wir phlegmatisch."

Michael Grabner (Stürmer Österreich): "Verlieren tut weh, vor allem bei so einem Turnier, da willst du jedes Spiel gewinnen. Heute haben wir viel besser gespielt wie gestern, vor allem die ersten zwei Drittel. Wir haben gekämpft und das System besser gespielt. Aber wenn du in zwei Spielen nur ein Tor schießt, kannst du nicht erwarten, dass du gewinnst, egal wie gut der Gegner ist. Die Linien haben heute besser funktioniert, so wie gestern haben wir nicht spielen können. Wir hatten in den ersten zwei Dritteln mehr Schwung, einige Chancen, die aber ausgelassen. Du kannst nicht gewinnen, wenn du vorne nichts reinbringst."

Nikolas Petrik (Stürmer Österreich): "Es ist sehr, sehr bitter, dass der Traum von Olympia geplatzt ist. Speziell im ersten Drittel waren wir die klar dominante Mannschaft, haben aber wie schon gegen die Letten leider kein Tor schießen können. Heute war die Partie länger offen, bei 3:0 haben wir blöde Strafen genommen und uns ein bisschen hängen lassen. Aber es war auf jeden Fall keine 0:6-Partie. Nach der gestrigen Niederlage haben wir uns heute über weite Strecken sehr gut präsentiert, aber wir tun uns einfach so, so schwer, Tore zu schießen."

  • Symbolbild. Trifft es aber ganz gut.
    foto: reuters/cerny

    Symbolbild. Trifft es aber ganz gut.

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