E-Klasse: Komfortabler reisen und weiter kommen

5. September 2016, 11:51
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Die E-Klasse von Mercedes wurde überarbeitet und, man muss es sagen, noch einmal besser gemacht. Wir reisten damit nach Triest, in dessen Hinterland und wieder zurück nach Wien, und wenn wir nicht gewollt hätten, hätten wir gar nicht anhalten müssen

Wien/Triest – Es ist die bereits zehnte Generation der E-Klasse, und sie müsste eigentlich B-Klasse heißen, weil das die klassische Business-Limousine ist, wenn auch vielseitig einsetzbar, zum Beispiel als Taxi, immer noch sehr beliebt, weil verlässlich und komfortabel für Fahrer wie für Passagiere. Gegenüber dem Vorgängermodell ist die neue E-Klasse geringfügig gewachsen, immerhin 43 Millimeter in der Länge und 65 Millimeter im Radstand. Der Platz kommt den Passagieren zugute, das Kofferraumvolumen ist in etwa gleich geblieben.

foto: michael völker
Im etwas weiteren Hinterland von Triest: die E-Klasse von Mercedes, ein sanfter Diesel mit durchaus dynamischem Erscheinungsbild. Sportliche Fahrweise wäre möglich, ist aber gar nicht opportun.

Geringfügig gewachsen ist auch der Preis, die E-Klasse beginnt bei 45.000 Euro, der 220 Diesel wie unser Testfahrzeug ist ab 49.000 Euro zu bestellen. Mit einem repräsentativen Querschnitt durch die Liste der Sonderausstattung, die im Testfahrzeug Platz gefunden hat, kommt man aber auch auf knapp 72.000 Euro.

Dafür reist man wie ein Kaiser, versorgt mit allen Goodies, die eine gehobene Mittelklassenlimousine bereithalten kann. Eine Mehrkammerluftfederung sorgt gleichermaßen für Fahrkomfort wie Fahrdynamik, der aktive Spurwechselassistent sorgt für einen mühelosen Wechsel auf die ausgewählte Spur.

foto: michael völker
Das volldigitale Cockpit.

Das komplette Cockpit ist volldigital, zwei breite und hochauflösende Displays mit jeweils 12,3 Zoll Bilddiagonale ermöglichen eine Art Cinemascope: Die beiden Displays hinter dem Lenkrad und über der Mittelkonsole verschmelzen zu einer Einheit und lassen sich im optischen Erscheinungsbild und in der Wiedergabe der Informationen vielfältigst gestalten, da können Tüftler vor dem Reiseantritt viel Zeit damit verbringen. Das hat man in anderen, vergleichbaren Limousinen so noch nicht gesehen.

Neu sind auch berührungssensitive Touch-Controls direkt im Lenkrad, die wie die Oberfläche von Smartphones funktionieren. Damit kann das gesamte Infotainment des Fahrzeugs mit Fingerwischbewegungen dirigieren, ohne die Hände vom Lenkrad zu nehmen. In der Mittelkonsole gibt es zusätzlich ein Touchscreen mit Controller, gelegentlich muss man schon nachdenken, was wie funktioniert und ein- und auszuschalten ist, im Grunde funktioniert das ganze System aber relativ intuitiv. Eine Sprachsteuerung gäbe es auch noch.

foto: michael völker
Dieser Wagen hat eine Reichweite von bis zu 1300 Kilometer.

Das aufpreispflichtige Panoramaschiebedach (1850 Euro) bringt einem den Himmel näher, da entsteht fast Cabriofeeling. Das ist ein Extra, das jedenfalls überlegenswert sein sollte.

Abgesehen vom Fahrkomfort, und da gehören maßgeblich die unglaublich komfortablen Sitze für alle Insassen dazu, ist die Reichweite beeindruckend. 1200 bis 1300 Kilometer sind drin, da kommt man zum Beispiel nach Triest, in dessen Umgebung und wieder zurück, ohne ein einziges Mal eine Tankstelle ansteuern zu müssen. Das setzt allerdings eine entsprechend bedächtige Fahrweise im Eco-Mode voraus, mit dem man wunderbar gleiten und damit auch Sprit sparen kann. Auf der Langstrecke ist so ein Verbrauch um die fünf Liter möglich, das ist für eine Limousine dieses Ausmaßes und mit einer Leistung von knapp 200 PS schon sehr beachtlich.

foto: michael völker
Mit einem Verbrauch von rund fünf Litern ist der 220 d sehr genügsam.

Natürlich kann man es auch sportlicher anlegen, es gibt den entsprechenden Mode, den man wählen kann, aber die E-Klasse verleitet so gar nicht zum Rasen. Angesichts dieser Verbrauchswerte und der mehr als ausreichenden Leistung ist der Diesel eine ernsthafte Konkurrenz zu einem Plug-in-Hybrid, der auch noch verfügbar sein wird. (Michael Völker, 5.9.2016)

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Mercedes

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

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