Frauenrechtlerin will bei Präsidentenwahl in Gambia antreten

2. September 2016, 15:45
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Isatou Touray strebt als erste Frau nach höchstem Staatsamt in westafrikanischem Land

Banjul – Die gambesische Frauenrechtsaktivistin Isatou Touray, die sich politisch gegen die Genitalverstümmelung von Frauen engagiert, will als erste Frau in ihrem Land bei den Präsidentschaftswahlen antreten. "Es stimmt, dass ich mich um die Präsidentschaft bewerben will", sagt Touray. Sie wolle als Unabhängige antreten.

Es wird allerdings damit gerechnet, dass Staatschef Yahya Jammeh bei der Wahl im Dezember für eine fünfte Amtszeit an der Spitze des verarmten westafrikanischen Land gewählt wird.

Aktivistin gegen Genitalverstümmelung

Die Aktivistin Touray schaut auf eine wechselvolle Karriere zurück: 2008 hatte das US-Außenministerium sie für ihr Engagement für die Stärkung der Gemeinden in Gambia mit einer Auszeichnung geehrt, 2010 wurde sie allerdings unter Korruptionsverdacht festgenommen. Dabei ging es um ihre Aktivitäten als Vize-Chefin von Gambias Entwicklungsinstitut.

Später wurden alle Vorwürfe gegen sie fallengelassen. Mittlerweile ist Touray Chefin des Gambia-Komitees gegen schädliche traditionelle Praktiken, das gegen die Genitalverstümmelung von Frauen kämpft.

Gambias größte Oppositionspartei hatte den weitgehend unbekannten Geschäftsmann Adama Barrow zu ihrem Präsidentschaftskandidaten ernannt. Er kritisierte den Amtsinhaber als "seelenlosen Diktator". Jammeh hatte sich 1994 an die Macht geputscht und herrscht seitdem mit harter Hand. (APA, 2.9.2016)

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