Hofer ruft zu Mäßigung im Wahlkampf auf

2. September 2016, 13:50
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FPÖ-Kandidat appelliert an eigene Fans und an die Anhänger von Van der Bellen – Strache bietet einen Drogentest an

Wien – Der freiheitliche Präsidentschaftskandidat Norbert Hofer ruft die Unterstützer beider Seiten zur Mäßigung auf. "Was derzeit von Aktivisten beider Lager im aktuellen Präsidentschafts-Wahlkampf veranstaltet wird, übersteigt leider eine normale Wahlauseinandersetzung", appellierte er am Freitag via Aussendung sowohl an seine Fans als auch an jene seines Konkurrenten Alexander van der Bellen.

"Ich rufe daher die Unterstützer beider Seiten dazu auf, sich zu mäßigen und derartige Aktionen zu unterlassen", bezog sich Hofer etwa auf zerstörte Plakate, Hass-Postings und "übelste Beschimpfungen". Damit beschädige man das Amt des Bundespräsidenten nachhaltig. Niemand werde durch solche Aktionen davon überzeugt werden, den jeweils anderen zu wählen, meinte er weiter. Man dürfe auch nicht vergessen, dass hinter jedem Politiker eine Familie mit Freunden stehe.

Schon am Donnerstag hatte Hofer auf Twitter vermeintliche Hasspostings gegen seine Person und die FPÖ thematisiert. Mit dem Zusatz "Hass im Netz" veröffentlichte Hofer Screenshots von Postings, die für seine Begriffe offenbar Hasspostings darstellen. Sein Pressesprecher argumentierte das damit, dass sich Van der Bellen über Hasspostings gegen seine Person aufgeregt habe. Man wolle zeigen, dass beide Seiten betroffen seien.

Van der Bellen hatte am Mittwoch seine Befunde veröffentlicht, wonach er keinen Krebs habe. Der ehemalige grüne Obmann sah sich nach hartnäckigen Gerüchten, wonach er krank sei, dazu gezwungen, seine Ärzte von der Schweigepflicht zu entbinden.

Strache bietet Haartest an

Auch Parteichef Heinz-Christian Strache mischt im Wahlkampf mit. Auf Facebook hat er angekündigt, einen Drogentest zu machen. Falter-Chefredakteur Florian Klenk hatte den FPÖ-Obmann auf Twitter dazu aufgefordert, einen Haartest zu machen, nachdem Van der Bellen seine Befunde veröffentlicht hatte.

"Ich werde kommende Woche für einen Haartest den ehemaligen Wiener Polizeichefarzt, Herrn Prof. Dr. Fous, aufsuchen", schreibt Strache. Der Arzt würde sich über einen zeitgleichen Besuch von Herrn Klenk freuen, so Strache, und die Haare von beiden auf Spuren von illegalen Substanzen untersuchen. Auch ein Notar soll bestellt werden.

Klenk hat sich auf Twitter bereits entschuldigt. Sein Witz über Strache sei daneben gegangen. (APA, red, 2.9.2016)

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