Deutsche Telekom erhielt grünes Licht für Vectoring-Ausbau

2. September 2016, 13:04
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Breitbandtechnologie ist bei Konkurrenten umstritten

Die Deutsche Telekom hat von der Bundesnetzagentur grünes Licht für den weiteren Ausbau der umstrittenen Vectoring-Breitbandtechnologie erhalten.

Im Gegenzug habe sich die Deutsche Telekom zu einer flächendeckenden Erschließung aller Haushalte in den Nahbereichen mit schnellen Breitbandanschlüssen verpflichtet und eine verbindliche Investitionszusage gegeben, teilte Telekom-Deutschlandchef Niek Jan van Damme am Freitag auf der Elektronikmesse IFA in Berlin mit. Damit könnten weitere sechs Millionen Kunden in Deutschland mit Bandbreiten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde versorgt werden. "Das ist ein Supertag für Deutschland."

Daten über herkömmliche Kupferdrahtleitungen

Beim Vectoring werden die Daten über herkömmliche Kupferdrahtleitungen transportiert, ohne dass die bestehenden Kabel beispielsweise durch Glasfaser ersetzt werden müssen. Vectoring kann allerdings an den Hauptverteilern prinzipiell nur von einem Anbieter durchgeführt werden. Deshalb wenden sich Deutsche-Telekom-Wettbewerber gegen den Einsatz dieser Technologie. Kritiker betonen außerdem, dass Vectoring nicht wirklich zukunftsträchtig sei und dass der Einsatz dieser Technologie den Glasfaser-Ausbau verzögere.

Damme betonte, wenn man ausschließlich auf Glasfaser setze, dauere es viel zu lange, um Deutschland flächendeckend mit Breitbandzugängen zu versorgen. Die Telekom betreibe mit einer Streckenlänge von mehr als 400 000 Kilometern das größte Glasfasernetz in Deutschland. Allein in den vergangenen fünf Jahren habe sie 120.000 Kilometer neu verlegt.

"Bestes Netz"

Zufrieden zeigte sich van Damme mit dem Ausbau des Mobilfunknetzes. Die Telekom habe im fünften Jahr in Folge die Auszeichnung "Bestes Netz" erhalten. 91,4 Prozent der Bevölkerung in Deutschland könne die vierte Mobilfunkgeneration LTE von der Telekom nutzen. Rund zehn Millionen Kunden nutzten bereits bei der Telekom LTE mit Geschwindigkeiten bis zu 300 Megabit pro Sekunde.

Bei Musikstreaming setzt die Deutsche Telekom nicht mehr alleine auf den Marktführer Spotify. Auf der IFA kündigte die Telekom eine Kooperation mit Apple an. Kunden der Telekom können künfig den Dienst Apple Music ein halbes Jahr kostenlos ausprobieren. Danach kann der Dienst für knapp zehn Euro gebucht und über die Mobilfunkrechnung bezahlt werden. In den Streaming-Angeboten ist das Datenvolumen nicht inklusive. Man habe deshalb das Gesamtvolumen in den verschiedenen Datentarifen signifikant erhöht. (APA, 2.9. 2016)

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