Erneut Tote bei Demonstrationen in Gabun

2. September 2016, 11:52
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Sicherheitskräfte halten weiter Menschen in Parteizentrale der Opposition fest

Libreville – Nach der umstrittenen Wiederwahl von Gabuns Staatschef Ali Bongo dauert der Konflikt zwischen Regierung und Opposition in dem zentralafrikanischen Land an. In der Nacht zum Freitag wurden in der Hauptstadt Libreville bei Auseinandersetzungen mit der Polizei zwei Menschen getötet, wie AFP-Reporter berichteten.

Ein 27-jähriger Jus-Student erlag im Krankenhaus seinen Schussverletzungen; Demonstranten trugen überdies den in eine gabunische Flagge gehüllten Leichnam eines etwa 30-jährigen Mannes in einer Prozession durch die Straßen. Der Mann war nach Aussagen seiner Mutter ebenfalls erschossen worden. Damit wurden bei den Unruhen nach der Präsidentschaftswahl bereits fünf Menschen getötet.

Angriff auf Parteizentrale

In der Parteizentrale von Oppositionsführer Jean Ping, der Bongo in der Wahl am Samstag unterlegen war, wurden am Freitag nach Aussage eines Betroffenen noch mehr als 20 Menschen von Sicherheitskräften festgehalten. "Wir sind 26, immer noch am gleichen Ort, unter freiem Himmel auf dem Gelände der Parteizentrale", sagte Paul-Marie Gondjout, Pings Repräsentant in der Wahlkommission.

Gabunische Sicherheitskräfte hatten die Parteizentrale in der Nacht auf Donnerstag angegriffen, nachdem wegen der Verkündung von Bongos Wahlsieg heftige Proteste aufgeflammt waren, an denen sich tausende Regierungsgegner beteiligten. Ping selbst hatte sich an einem geheimen Ort in Sicherheit bringen können.

Knappes und umstrittenes Ergebnis

Nach dem vorläufigen amtlichen Ergebnis bekam Bongo bei der Präsidentenwahl vom vergangenen Samstag 49,80 Prozent der Stimmen. Der Oppositionskandidat Ping, ehemaliger Kommissionspräsident der Afrikanischen Union (AU), kam auf 48,23 Prozent. Bongos Vorsprung lag demnach bei nur 5.594 Stimmen.

Gabun wird seit fast 50 Jahren von der Familie Bongo beherrscht. Bongo trat das Präsidentenamt 2009 nach dem Tod seines Vaters Omar Bongo an, der 41 Jahre lang Staatschef des zentralafrikanischen Landes war. Die EU, Deutschland und Frankreich verurteilten die Gewalt nach der jüngsten Präsidentschaftswahl. (APA, 2.9.2016)

  • Demonstranten und Sicherheitskräfte stießen in Gabuns Hauptstadt Libreville zusammen.
    foto: apa / afp / marco longari

    Demonstranten und Sicherheitskräfte stießen in Gabuns Hauptstadt Libreville zusammen.

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