Jedes dritte verunglückte Kind ist ein Mitfahrer

2. September 2016, 11:35
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Falsche Kindersicherung und Ablenkung als Hauptursache – Tipps von Verkehrsministerium und KFV für eine sichere Heimreise

Wien – Im Jahr 2015 sind rund 2.600 Kinder auf Österreichs Straßen verunglückt. Mehr als jedes dritte dieser Kinder hat sich als Mitfahrer im Auto verletzt (1.047). Falsche Kindersicherung und Ablenkung sind dabei die Hauptursachen für Verletzungen. Das ergab die Studie "Schütze Deinen Co-Driver", die vom Verkehrsministerium in Auftrag gegeben wurde.

Vor dem letzten Rückreise-Wochenende gaben Verkehrsministerium und Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) einfache Tipps, wie Eltern ihre Kinder im Pkw besser schützen können. "Kinder sind auch als Mitfahrer im Auto besonders gefährdet und müssen deshalb speziell geschützt werden.

Der passende Sitz und richtiges Anschnallen sind wichtig, genauso wie das Geschehen auf der Straße im Auge zu behalten und sich nicht ablenken zu lassen. Wer sich daran hält, kann bei einem Unfall Verletzungen vermeiden", so Verkehrsminister Jörg Leichtfried (SPÖ). "Von 750 befragten Eltern und Aufsichtspersonen waren nur etwa drei Viertel ausreichend darüber informiert, wie sie mitfahrende Kinder richtig sichern. Dabei sind es oft nur Kleinigkeiten, die den Unterschied machen", betonte Othmar Thann, Direktor des KFV.

Die Studie "Schütze Deinen Co-Driver" wurde über den Österreichischen Verkehrssicherheitsfonds (VSF) im Auftrag des Verkehrsministeriums erstellt. Experten des KFV und des Vereins Große schützen Kleine (GSK) analysierten dabei Verkehrsunfälle und Gefahrensituationen für Kinder im Pkw. Dabei wurden unter anderem rund 750 Eltern und Aufsichtspersonen telefonisch befragt und ein Feldversuch durchgeführt, bei dem das Fahrverhalten beobachtet wurde.

Tipps für mehr Kindersicherheit im Auto

Passende Sitzwahl: Am besten geschützt sind Kleinkinder unter einem Jahr, die in einer Sitzschale mitfahren, die entgegen der Fahrtrichtung gesichert ist. Der Wechsel auf den jeweils nächstgrößeren Sitz erfolgt meist zu früh, dadurch steigt die Anzahl schwerer Verletzungen. Empfohlen wird deshalb, erst dann auf eine höhere Sitzklasse umzusteigen, wenn das Kind bereits das angegebene Höchstgewicht oder die maximal vorgesehene Größe überschritten hat. Einfache Sitzerhöhungen sind zwar erlaubt, Sitze mit Rückenlehnen bieten aber mehr Schutz.

Richtiges Anschnallen

Die meisten Kinder schnallen sich selbst an, viele schaffen das aber nicht fehlerfrei. Deshalb sollte immer überprüft werden, ob der Gurt auch richtig sitzt, das heißt eingerastet und straffgezogen ist, und entlang des Beckens beziehungsweise weit genug entfernt vom Hals verläuft.

Aufrechte Sitzposition

Oft beugen sich Kinder aus dem Sitz, um mit der Fahrerin oder dem Fahrer zu sprechen. Ein Unfall in dieser Situation hat schwerste Kopfverletzungen zur Folge. Ist das Kind am Beifahrersitz oder auf dem mittleren Sitz der Rückbank, wird es sich weniger herauslehnen. Auch während des Gesprächs das Radio leiser zu stellen hilft.

Ablenkung vermeiden

Oft versorgen Lenkerinnen und Lenker ihr Kind während der Fahrt mit Essen, Trinken oder Spielzeug. Das lenkt ab. Grundsätzlich gilt deshalb, alles was das Kind braucht vor Fahrtantritt in dessen Reichweite zu platzieren oder bei Bedarf anzuhalten. Sollte der Griff nach hinten gar nicht zu vermeiden sein, muss der Blick unbedingt auf die Straße gerichtet bleiben. (APA, 2.9.2016)

  • Artikelbild
    foto: apa/dpa/nicolas armer
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