"Vertretungszentrum" ukrainischer Separatisten in Tschechien eröffnet

2. September 2016, 10:51
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Prager Außenministerium distanziert sich von Initiative

Prag – In Ostrava in Tschechien ist ein "Vertretungszentrum" der von ukrainischen Separatisten ausgerufenen "Volksrepublik Donezk" eröffnet worden. Die pro-russische Aktivistin Nela Liskova präsentierte sich als Chefin der "Mission". Das tschechische Außenministerium distanzierte sich von der Initiative und betonte: Prag erkenne die selbstproklamierte "Volksrepublik Donezk" nicht an.

Liskova war früher bei den Sozialdemokraten (CSSD), nun ist sie ein Führungsmitglied der Nationalen Landwehr. Die Gruppierung will Tschechien gegen "den massiven Zustrom von islamischen Immigranten" verteidigen. Zu dem "Vertretungszentrum" sagte Liskova laut Medienberichten vom Freitag, man habe Kontakte mit der "Volksrepublik Donezk" in der Ostukraine aufgenommen, um die Zusammenarbeit zu verstärken und dortigen Leuten zu helfen. "Außerdem will ich gegen die tendenziöse Darstellung des ukrainischen Konfliktes kämpfen."

Keine Kontakte mit der "Mission"

Die Außenministeriums-Sprecherin Michaela Lagronova nannte die "Mission" eine "Organisation, die man mit einem Schrebergartenverein vergleichen kann". Das Ministerium werde auf keinen Fall Kontakte mit der "Mission" aufnehmen. Im Gegenteil, man werde das Kreisgericht auffordern, die Registrierung der Organisation aufzuheben, so Lagronova.

Die EU steht im Ukraine-Konflikt aufseiten der Regierung in Kiew. Sie hat die Separatisten und Russland für seine Unterstützung der Separatisten mit Sanktionen belegt. Die EU-Staaten erkennen die selbstproklamierten Volksrepubliken Donezk und Lugansk nicht an. (APA, 2.9.2016)

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