"Open House": Blick hinter die Fassaden

Ansichtssache4. September 2016, 15:00
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Zum dritten Mal findet am 10. und 11. September in Wien die Veranstaltung "Open House " statt. 82 Gebäude können heuer gratis besichtigt werden, darunter Schmankerln wie ein Frühwerk des berühmten Otto Wagner.

foto: putschögl

"Open House" geht ins dritte Jahr. Die zweitägige Veranstaltung, bei der ansonsten nichtzugängliche Häuser ihre Pforten für Besucher öffnen, wurde 2014 von Iris Kaltenegger nach Wien gebracht. Am 10. und 11. September werden bereits 82 Gebäude bzw. deren Eigentümer mitmachen und somit "Architektur für jedermann begreifbar und erlebbar machen", wie es Kaltenegger ausdrückt.

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foto: lennart horst

Mit dabei ist heuer etwa die ehemalige Länderbankzentrale in der Hohenstaufengasse im ersten Bezirk. Der damalige Hauptsitz des Geldinstituts wurde 1884 fertiggestellt und war Otto Wagners erster Auftrag aus öffentlicher Hand. Heute wird der Bau vom Bundeskanzleramt genutzt, hier befindet sich die Datenschutzbehörde.

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foto: putschögl

Für die Öffentlichkeit ist der Bau normalerweise verschlossen. Journalisten durften kürzlich bei der Programmpräsentation aber schon einen ersten Blick wagen. "Hier lässt sich schon erkennen, wie Wagner seine Handschrift geformt hat", erklärte Koveranstalterin und Architektin Ulla Unzeitig bei einer Kurzführung durch das Haus. So lassen sich am "ersten modernen Bürogebäude Wiens" bereits einige der später für den Stararchitekten typischen Merkmale erkennen. "Grundriss, Schnitt, die hofseitige Fassade und der Umgang mit Licht – vieles war für damalige Verhältnisse revolutionär und besticht auch heute noch", so Unzeitig.

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foto: dieter henkel

Geöffnet sind aber beispielsweise auch das Umspannwerk Favoriten (siehe Foto), die "Pop-up-Dorms" in der Seestadt Aspern, die Konzernzentralen von ÖBB und OMV, das Hochhaus Herrengasse, die Börse, die Sängerknabenkonzerthalle MuTh und die Wotrubakirche. "Wir versuchen, die Gesamtheit der Stadt abzubilden", so Kaltenegger.

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foto: putschögl

250 Freiwillige stehen für Führungen bereit, fallweise sind auch Planer vor Ort. In sechs Gebäuden gibt es erstmals auch spezielle Kinderführungen. Im Vorjahr wurden 30.000 Besucher gezählt, mit so vielen wird auch heuer gerechnet. "Open House" gibt es bereits in 32 Städten weltweit, Wien war 2014 die erste Stadt im deutschsprachigen Raum, die dem Open-House-Worldwide-Netzwerk beitrat. (mapu, 4.9.2014)

Nachlese

"Open House" in Wien: Heuer 82 Gebäude mit dabei

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