Forscher lösen Rätsel um Monster von Minden

Ansichtssache4. September 2016, 20:35
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illustration: joschua knüppe/ lmu

"Monster von Minden" als neue Art identifiziert

Vor 17 Jahren wurden in einem Steinbruch im Wiehengebirge bei Minden (Nordrhein-Westfalen) die Überreste des bislang größten in Europa entdeckten Theropoden freigelegt. Der Fund bestand aus einem Zahn, Rippenbruchstücken sowie einer kompletten Rippe, zwei Wirbelknochen und einem Oberkiefer. Daraus rekonstruierten Paläontologen einen gewaltigen, sehr kräftig gebauten Fleischfresser von geschätzen 10 Metern Länge, der auf zwei Beinen ging und wahrscheinlich noch gar nicht vollständig ausgewachsen war. Seine Dimensionen trugen ihm alsbald den Spitznamen "Monster von Minden" ein. Um welche Spezies es sich bei dem Tier handelte, war allerdings unklar. Nun haben Wissenschafter um Oliver Rauhut von der Universität München die Fragmente erneut genauer untersucht und sind zu dem Schluss gekommen: das "Monster von Minden" ist eine bislang unbekannte Art.

Der Dinosaurier, nunmehr mit dem wissenschaftlichen Namen Wiehenvenator albati, lebte im mittleren Jura auf Inseln jenes Meeres, das vor 160 Millionen Jahren große Teile Mitteleuropas bedeckte. "Offenbar gab es auf diesen Inseln eine große Bandbreite zum Teil sehr großer Raubsaurier", sagt Rauhut, "und zwar überwiegend aus der Gruppe der Megalosaurier, wie Funde aus Frankreich und England sowie der neue Raubsaurier aus Deutschland zeigen, der ebenfalls zu dieser Gruppe gehört." Eine stammesgeschichtliche Analyse der evolutionären Verwandtschaftsverhältnisse von Wiehenvenator ergab, dass der Raubsaurier zu einer Großgruppe gehört, deren Artenreichtum im mittleren Jura geradezu explosionsartig zunahm. Zu dieser Zeit entstanden praktisch alle wichtigen Raubsaurier-Gruppen, darunter auch die Tyrannosaurier.

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