Österreich startet mit 1:8-Debakel

1. September 2016, 20:51
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In Riga gab es für das Team von Coach Suhonen nichts zu holen

Riga – Die Hoffnung der österreichischen Eishockey-Nationalmannschaft auf die zweite Olympia-Teilnahme in Folge ist schon nach dem ersten Tag des Qualifikationsturniers in Riga nur noch theoretisch. Die ÖEHV-Auswahl musste sich am Donnerstag Gastgeber Lettland mit 1:8 (1:2,0:3,0:3) geschlagen geben. Die Österreicher hielten die Partie nur ein Drittel offen und schlitterten schließlich in ein Debakel.

Damit benötigt die Auswahl von Teamchef Alpo Suhonen am Freitag (14.30 Uhr MESZ) gegen Turnierfavorit Deutschland einen Sieg, um die minimale Chance auf das Ticket für Pyeongchang 2018 vielleicht doch noch zu wahren. Die mit sieben NHL-Spielern angetretene DEB-Auswahl hat zum Auftakt Japan problemlos mit 5:0 abgefertigt.

Naja

Die Österreicher waren mit drei Niederlagen in der Vorbereitung nach Lettland gereist, in der Arena Riga zeigten sie aber im ersten Drittel eine starke Vorstellung. Raffl und Co. machten gegen das favorisierte Team der Gastgeber Druck und hatten durch Dominique Heinrich und Brian Lebler (3.) eine Doppelchance zur Führung.

Die Tore schossen aber die Heimischen. Kaspars Daugavins traf mit einem Schlagschuss zur 1:0-Führung (6.), Andris Dzerins schloss einen Konter in Unterzahl zum 2:0 erfolgreich ab (12.). Thomas Hundertpfund belohnte noch im ersten Drittel den bis dahin guten Auftritt mit dem verdienten Anschlusstreffer (17.).

Schlimm

Im Mitteldrittel legten die Letten aber zu und sorgten mit drei Treffern für die Vorentscheidung. Roberts Bukarts (26.), Daugavins im Powerplay (28.) und Ronalds Kenins (39.) erhöhten auf 5:1 für die effizienten Gastgeber, die fünf Tore bei 19 Torschüssen verbuchten.

Goalie David Kickert, der für den wegen der Geburt seines Kindes fehlenden Einser-Torhüters Bernhard Starkbaum im Tor stand, war nicht der erhoffte Rückhalt und wurde nach dem zweiten Drittel durch David Madlener ersetzt. Doch auch Madlener musste bald hinter sich greifen, Miks Indrasis (44.), Martins Dzierkals (47.) und Rodrigo Abols (57.) machten das Debakel perfekt. (APA, 1.9.2016)

Eishockey-Ergebnisse vom Olympia-Qualifikationsturnier in Riga (Gruppe E) am Donnerstag:

Österreich – Lettland 1:8 (1:2,0:3,0:3). Tore: Hundertpfund (17.) bzw. Daugavins (6., 28./PP), Dzerins (12./SH), Bukarts (26.), Kenins (39.), Indrasis (44.), Dzierkals (47.), Abols (57.)

Deutschland – Japan 5:0 (2:0,3:0,0:0). Tore: Macek (4.), Schütz (18./PP, 28./PP), Rieder (23.), Kühnhackl (25./PP)

Stimmen:

Alpo Suhonen (Teamchef Österreich): "20 Minuten sind nicht genug. Das erste Drittel war okay, danach war Lettland sehr gut und wir sind auseinandergebrochen. Nach dem 1:4 war die Partie gelaufen. Wir brauchen ein sehr gutes Torhüterspiel, aber wir haben leichte Tore bekommen. Kickert war in der Vorbereitung gut, aber ein paar Tore hätte er schon verhindern können. Wir hatten gewisse Probleme, Grabner war einige Tage krank, (Michael) Raffl hat in Norwegen nicht gespielt, Starkbaum ist weg – es ist keine Entschuldigung, aber wir haben viele kleinere oder größere Dinge, die schlecht gelaufen sind."

"Wir müssen morgen ein besseres Gesicht zeigen. Deutschland ist wahrscheinlich eine noch stärkere Mannschaft. Die Realität ist, wir haben 1:8 verloren, jetzt müssen wir zurückkommen. Viele Spieler und ich auch hatten in ihrem Leben schon eine solche Erfahrung, dass man verloren hat und schon kommt das nächste Spiel. Das gehört zum Sport. (Die Chance auf Olympia ist) theoretisch noch da, aber wir brauchen jetzt nicht daran denken, sondern nur, dass wir morgen besser spielen. Individuell muss jeder seine Arbeit besser machen."

Thomas Raffl (Kapitän Österreich): "Wir waren einfach nicht gut genug, die anderen waren besser, es war ein verdienter Sieg der Letten. Wir haben immer wieder Fehler gemacht, beim Übergang von offensiv auf defensiv, da hatten wir viel zu viel numerische Unterzahl. Lettland hat das perfekt ausgenützt. Es passiert ein Fehler nach dem anderen, man gerät in Rückstand und plötzlich ist man vier Tore hinten. Es ist nicht gelungen, vorne etwas zu kreieren, und hinten haben wir es bekommen. In einem Turnier ist alles möglich, wir schauen von Spiel zu Spiel. Wir werden morgen alles geben, hoffentlich treten wir besser auf als heute. Deutschland ist sicher gut, die Japaner sind eine Klasse schlechter, aber über Klassen brauchen wir nach dem heutigen Spiel nicht sprechen."

Dominique Heinrich (Verteidiger Österreich): "Es war von vielen von uns ein schwaches Spiel. Wir haben es ihnen großteils viel zu einfach gemacht, Chancen zu kreieren und Tore zu machen. Wir sind ganz gut gestartet, wir waren zwar schnell 0:2, hinten, haben aber zurück ins Spiel gefunden, sind dann aber zerbrochen. Es ist frustrierend. Es ist ein kurzes Turnier, im Sport kann alles passieren. Wir werden nicht die Köpfe hängen lassen, auf keinen Fall aufgeben und 100 Prozent geben."

  • Schade um die Sommerpause.
    foto: apa/herbert neubauer

    Schade um die Sommerpause.

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