Chrome 53 ist da: Google startet schrittweises Aus für Flash

2. September 2016, 10:07
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Hintergrund-Elemente werden automatisch blockiert – Neue Version bringt Material Design unter Windows

Rund alle sechs Wochen veröffentlicht Google eine neue Version seines Browsers. Nun ist es wieder einmal so weit, und das aktuelle Update bringt gleich in mehrerlei Hinsicht wichtige Neuerungen für die Nutzer.

Flash-Blockade

Mit Chrome 53 startet Google das schrittweise Aus für das Adobe Flash-Plugin. Werden doch damit nun sämtliche in Flash gestalteten Hintergrunddienste automatisch blockiert. Diese machen laut einem früheren Blog-Posting von Google rund 90 Prozent der verbliebenen Flash-Nutzung aus, konkret geht es dabei etwa um Seiten-Analyse-Tools.

Google erhofft sich von diesem Schritt gleichermaßen eine auf vielen Seiten gesteigerte Geschwindigkeit sowie einen reduzierten Akkuverbrauch seines Browsers. Wer noch immer für solche Hintergrundaufgaben Flash einsetzt, sollte seine Webseite also im eigenen Interesse bald anpassen, immerhin funktionieren solche Tricks nun mit dem Chrome nicht mehr.

Mit dem für Ende des Jahres geplanten Chrome 55 soll dann HTML5 generell auf allen Seiten bevorzugt und bei der Wahl zweier Optionen Flash schlicht ignoriert werden. Bei Seiten, die noch Flash nutzen, muss dies ab diesem Zeitpunkt dann einzeln zugelassen werden.

Material Design

Doch zurück in die Gegenwart: Chrome 53 kann nämlich noch mit einer zweiten großen Neuerung aufwarten: Unter Windows kommt nun ein neuer Look im Stile des Material Design von Haus aus zum Einsatz. Dieser modernisiert das Aussehen des Browsers und reduziert auch die genutzten Ressourcen, werden doch nun sämtliche grafischen Elemente berechnet anstatt als Mini-Grafiken fix abgespeichert. Dies soll auch die Anpassungsfähigkeit des Browsers für unterschiedliche Auflösungen erhöhen.

Unter Chrome OS wurde dieser Wechsel bereits vor einigen Monaten vollzogen, andere Plattformen sollen folgen. In den kommenden Monaten sollen dann noch weitere Bereiche des Browsers wie die Eintellungen oder die History grafisch neu gestaltet werden. Wer den neuen Look nicht will, kann ihn über chrome://flags deaktivieren.

Plattform

Zu den Verbesserungen an der Browserplattform gehört die Unterstützung des browserübergreifenden Payment Request APIs, das Online-Bezahlungen vereinfachen soll. Auch Shadow DOM v1 und das Web Bluetooth API werden nun unterstützt. Und stummgeschaltete Videos können nun mit simplen HTML-Mitteln beim Vorbeiscrollen automatisch gestartet werden.

google chrome developers
In einem Video geht Google auf die Plattformverbesserungen von Chrome 53 ein.

Sicherheit

Dazu kommt die gewohnte Fülle an Sicherheits-Updates. Insgesamt 33 Lücken schließt Google mit dem aktuellen Update, darunter zwei mit dem Gefährdungsgrad "hoch" versehene Probleme in der Rendering Engine Blink, die für Cross-Site-Scripting-Attacken genutzt werden konnten.

Chrome 53 wird wie gewohnt automatisch an sämtliche Nutzer des Browsers verteilt. (Andreas Proschofsky, 2.9.2016)

  • Nach und nach will Google Flash immer weiter zurückdrängen.
    grafik: google / adobe

    Nach und nach will Google Flash immer weiter zurückdrängen.

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