Brucknerfest: Zersägtes Klavier und fantastische Symphonien

1. September 2016, 16:43
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Diesjähriges Partnerland Südkorea bringt sich mit zwei der besten Orchester des asiatischen Raums ein

Linz – Das internationale Brucknerfest Linz wird mit einer "Piano Sublimation" am 13. September starten, für die ein Konzertflügel zersägt und zu einer Kombination aus Objekt, Sound und Grafik verarbeitet wurde. Das kündigte der künstlerische Vorstandsdirektor der Linzer Veranstaltungsgesellschaft Hans-Joachim Frey in einer Auftakt-Pressekonferenz am Donnerstag in Linz an.

Der zerteilte Ehrbar-Konzertflügel aus 1860 ist seit drei Jahren Ausgangsobjekt für die Kooperation der freischaffenden Komponistin, Pianistin und Performancekünstlerin Judith Unterpertinger (JUUN) und des bildenden Künstlers Michael Wegerer. Die beiden haben in einem wechselseitigen Dialog eine multidisziplinäre Installation aus Sound, Grafik und Skulptur erarbeitet. Die Pilotaufführung fand im Rahmen der internationalen Print-Triennale im Künstlerhaus in Wien 2013 statt. Eine Weiterentwicklung wurde 2014 im Porgy & Bess in der Strengen Kammer in Wien präsentiert, Variationen davon unter anderem in England und in Kanada. Das finale Gesamtwerk wird in einem Konzert am 13. September im Brucknerhaus zu sehen und zu hören sein. Es geht in eine Installation über, die eine Woche lang bestehen bleibt, bis sie mit einem zweiten Konzert am 21. September beendet wird.

Partnerland Südkorea

Frey machte weiters auf den Beitrag Südkoreas als diesjähriges Partnerland aufmerksam. Es bringt sich mit dem Eröffnungskonzert des Brucknerfestes am 18. September mit dem Korean Broadcasting System (KBS) Symphony Orchestra ein, das zur Aufführung der Bruckner-Symphonie Nr. 3 verpflichtet wurde. Ein weiteres Konzert wird vom Suwon Philharmonic Orchestra am Tag darauf u.a. mit der "Symphonie fantastique" des Bruckner-Zeitgenossen Hector Berlioz bestritten. Fabiola Kim wird für Samuel Barbers Violinkonzert auf einer Stradivari aus 1730 spielen. Beide Orchester zählen laut Frey zu den besten im asiatischen Raum.

Darüber hinaus erinnerte er an den – bereits ausverkauften – Abend mit Rudolf Buchbinder und einer Hommage an "seinen Beethoven" zusammen mit den Wiener Philharmonikern am 15. September. Das Brucknerfest lud weiters eine konzertante Aufführung von Mozarts "Cosi fan tutte" durch Studierende österreichischer Musikuniversitäten am 14. September ein. Ebenfalls ins Programm eingebunden sind die Premieren von "Falstaff" von Verdi und der Kammeroper "Solaris" von Michael Obst im Musiktheater. Der Namensgeber Anton Bruckner ist nicht zuletzt mit seiner 7. Symphonie in der Stiftsbasilika St. Florian (Bruckner Orchester unter Dennis Ruassel Davies) und im Brucknerhaus mit seiner f-Moll-Messe vertreten. (APA, 1.9.2016)

Internationales Brucknerfest Linz von 13. September bis 29. Oktober

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