"Wirtschaftsblatt": Mitarbeiter prüfen gegen Styria rechtliche Schritte

1. September 2016, 16:42
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Konzern habe "nie daran gedacht, die 66 Arbeitsplätze zu retten"

Wien – Die Mitarbeiter des "Wirtschaftsblatt" zeigen sich "empört über die Art und Weise, wie die Verlagsleitung der Styria AG unseren Vorschlag zu einem Mitarbeiter-Buy-out abgeschmettert hat".

Nur dreieinhalb Stunden nach der Willenserklärung der Belegschaft zum Buyout und der Vorlage eines ersten Konzepts habe die Styria-Führung Mittwochabend bekanntgegeben, dass sie an der Einstellung am Freitag festhält. Daraus schließen die Mitarbeiter in einer Aussendung, "dass der Styria-Vorstand offenbar nie daran gedacht hat, die 66 Arbeitsplätze zu retten". Die Styria-Führung sei auf das Konzept nicht ernsthaft eingegangen.

"Schlicht falsch"

"Dieses Verhalten der Verlagsleitung verbaut vielen Mitarbeitern eine Zukunft in ihrem Beruf", heißt es in der Stellungnahme der Belegschaft: "Die Behauptung, der Betriebsrat hätte außerdem drei Monate Zeit gehabt, sich auf ein Übernahmeangebot vorzubereiten, ist falsch. Wie die Mitarbeiter wurde die Schließung auch dem Betriebsrat am 16. August 2016 kommuniziert."

"Zickzackkurs"

Aus all diesen Gründen prüfe die Belegschaft nun auch rechtliche Schritte: "In einem Umfeld, in dem in wenigen Wochen allein 100 Journalisten auf den österreichischen Arbeitsmarkt kommen werden, stellen solche Aussagen die Integrität und unsere Reputation als Wirtschaftsjournalisten infrage. Wir verwehren uns zudem gegen den Zickzackkurs des Eigentümers bei der Frage nach der Zukunft des Onlineportals wirtschaftsblatt.at."

Die Aussendung schließt mit: "Statt mit Anstand und Würde die Zeitung zu schließen, zerstört die Verlagsleitung das Ansehen der Styria AG und ihrer Eigentümer. Dieses mit christlich-sozialen Grundsätzen nicht zu vereinbarende Verhalten zeugt nicht von sozialpartnerschaftlichen Versuchen, eine faire Lösung für alle zu finden." (red, 1.9.2016)

  • Styria-Vorstandschef Markus Mair.
    foto: styria/christian jungwirth

    Styria-Vorstandschef Markus Mair.

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