IWF malt vor G20-Gipfel düsteres Bild der Weltwirtschaft

1. September 2016, 16:27
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Währungsfonds wart vor einer negativen Abwärtsspirale – Engere Kooperation bei globalen Herausforderungen nötig

Berlin/Washington – Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt drei Tage vor dem G20-Gipfel im chinesischen Hangzhou angesichts von Krisen und der mangelnden Bereitschaft zu Reformen vor einem Schwächeanfall der Weltwirtschaft.

"Die jüngsten Daten zeigen gedämpfte Aktivitäten, weniger Wachstum im Handel und eine sehr niedrige Teuerung, was auf ein noch schwächeres Wachstum der Weltwirtschaft dieses Jahr hindeutet", schrieb der Fonds in einem am Donnerstag veröffentlichen Bericht für die G20-Staats- und Regierungschefs. Das Ziel des G20-Gipfels von Brisbane im Jahre 2014, binnen fünf Jahren die globale Wirtschaft auf einen zwei Prozent höheren Wachstumspfad zu steuern, sei ohne zusätzliche Maßnahmen in vielen Ländern außer Reichweite. Europa sei wegen Unsicherheiten nach dem Brexit-Votum der Briten zudem besonders belastet.

Enttäuschende Aussichten

"Auch auf längere Sicht bleiben die Aussichten enttäuschend", warnte der IWF. Angesichts der vielfältigen Wachstumsgefahren drängte er die großen Schwellen- und Industrieländer der G20 zu einer "energischen, umfassenden und gut-kommunizierten Politik". Teil dessen müsse eine engere Kooperation auf weltweiter Basis sein. Dabei müssten die Regierungen ihre Politik besser vermitteln. Das sei insbesondere bei den Bürgern wichtig, auf die Anpassungen und Veränderungen zukämen. Der Fonds sieht wachsende Ängste gegenüber Globalisierung und Reformen. Dies sei auch der sozialen Ungleichheit in vielen Ländern geschuldet. Dies könnte in eine negative Abwärtsspirale zum Schaden des freien Welthandels und von Strukturreformen führen.

Dabei seien gerade Strukturreformen ein entscheidendes Mittel, um das weltwirtschaftliche Wachstum zu stärken. In Ländern mit immer noch zu schwacher Nachfrage sollte die Geld- und die Finanzpolitik stärker eingreifen, um das Wachstum zu fördern. In Regionen, in denen die Geldpolitik ihre Spielräume weitgehend ausgeschöpft habe, liege es an der Finanzpolitik, aktiver zu werden. Zudem sollten Länder, die den Spielraum dafür hätten, über zusätzliche öffentliche Investitionen und mit steuerlichen Impulsen für eine stärkere Belebung der Volkswirtschaften sorgen. (APA, 1.9.2016)

  • Der IWF befürchtet ein noch schwächeres Wachstum der Weltwirtschaft.
    foto: maurizio gambarini

    Der IWF befürchtet ein noch schwächeres Wachstum der Weltwirtschaft.

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