Gender- und Diversitätskompetenz als Querschnittsaufgabe

2. September 2016, 09:40
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Ein neuer Lehrgang nimmt gesellschaftliche Ungleichheitsstrukturen im Kulturbetrieb in den Blick

Diversität bezeichnet Vielfalt. Doch die Repräsentation dieser gesellschaftlichen Vielfalt und Vielschichtigkeit von Lebensrealitäten sucht man in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens vergeblich. So auch im Kunst- und Kulturbetrieb. Ob in Ausstellungen oder bei Festivals, im Theater oder im Konzertsaal – Zugangsbarrieren und Ausgrenzungen lassen sich auch in der Kulturlandschaft wiederfinden. Im Herbst startet ein neuer Lehrgang in Wien, der Gender- und Diversitätskompetenz für die Arbeitspraxis im Kunst- und Kulturbetrieb vermitteln möchte.

Emanzipatorische Kulturarbeit

An vorderster Stelle stehe dabei eine strukturelle und nachhaltige Auseinandersetzung mit den eigenen Privilegien, sagt Ulli Mayer, die am Institut für Wissenschaft und Kunst die Lehrgangskonzeption und -leitung verantwortet. Gender- und Diversitätskompetenz versteht sie als Querschnittsaufgabe in der Kulturarbeit. "Dabei geht es auch viel um Wissensproduktionen, Repräsentationen und Machtverhältnisse in Institutionen und Projekten. Wessen Wissen gilt als Wissen? Wer spricht in wessen Namen über wen – und für wen? Wer ist wann, wie und wo (nicht)repräsentiert?", sagt Mayr. Sie selbst arbeitete viele Jahre als Kunstvermittlerin und Kulturarbeiterin, u. a. beim Steirischen Herbst, den Wiener Festwochen und beim Donaufestival.

Der Lehrgang ist in sechs Module gegliedert. Unterschiedliche Vortragende, TheoretikerInnen und TrainerInnen, Kunst- und Kulturschaffende widmen sich der Frage, wie emanzipatorische Kulturarbeit gelingen kann. Dabei werden konkrete Handlungen und Projekte überlegt, die der gängigen Reproduktion von Stereotypen einen gleichstellungsorientierten Ansatz entgegensetzen. (red, 1.9.2016)

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