Niederösterreich fordert 150 zusätzliche Lehrer für Deutschkurse

1. September 2016, 12:59
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Anzahl der Flüchtlingskinder in Schulen und Kindergärten im Jahresabstand deutlich gestiegen

St. Pölten – Vor dem Schulbeginn am kommenden Montag forderten NÖ Landesrätin Barbara Schwarz (ÖVP) und Landesschulratspräsident Johann Heuras am Donnerstag zusätzliches Personal für Deutschkurse. Die Anzahl an Flüchtlingskindern an Schulen und in Kindergärten ist im Jahresabstand deutlich gestiegen. An niederösterreichischen Schulen fehlen daher laut Schwarz und Heuras an die 150 Lehrer für Deutschkurse.

Hier müsse "der Bund endlich seine Verantwortung im Dienstpostenbereich wahrnehmen und ausreichend Personal zur Verfügung stellen", lautet die Forderung. An niederösterreichischen Pflichtschulen gebe es derzeit 3.062 Asylwerber, das seien vier Mal so viele wie zu Schulbeginn 2015. Im vergangenen Schuljahr habe das Land 95 zusätzliche Vollzeit-Lehrerposten bereitgestellt, wodurch für Niederösterreich vier Millionen Euro an Mehrkosten entstanden seien. Für diese zusätzlichen Stellen habe man kein Geld vom Bildungsministerium erhalten, erklärte Landesrätin Schwarz auf Nachfrage bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in St. Pölten.

An den niederösterreichischen Kindergärten hat sich die Zahl an Flüchtlingen im Jahresabstand um 330 auf 580 mehr als verdoppelt. Schwarz sieht Niederösterreich hier angesichts von interkulturellen Mitarbeitern, die Flüchtlingskinder in ihrer Muttersprache (meist Arabisch) betreuen, "gut aufgestellt".

16.283 Taferlklassler in Niederösterreich bedeuten einen neuen Höchststand seit 2007, der aber nicht nur auf die steigende Anzahl an Flüchtlingen zurückzuführen sei, erklärte der Landesschulratspräsident.

Insgesamt starten am kommenden Montag über 180.000 Schüler und rund 51.000 Kindergartenkinder im Bundesland in das neue Jahr. Bei allen Pflichtschulen-Typen sowie in der AHS steige die Schülerzahl. Bei den berufsbildenden Schulen wie HTL oder HAK werde ein leichter Rückgang verzeichnet. Insgesamt sind 21.533 Lehrer in Niederösterreich beschäftigt. An Allgemeinbildenden Pflichtschulen wurden 498 Lehrer neu angestellt, an Bundesschulen waren es 239. Besonders bei Volksschullehrern und bei bestimmten Fächern an Höheren Schulen gebe es Probleme, Absolventen zu beschäftigen, so Heuras. Wartelisten gebe es beispielsweise an Höheren Schulen für Lehrer mit den Unterrichtsfächern Geschichte, Philosophie/Psychologie/Pädagogik und – weil es einen Trend zu Spanisch gebe – Französisch. Im Bundesland konnten laut Heuras keine Volksschullehrer eingestellt werden, die ihre Ausbildung 2016 abgeschlossen haben, auch für Absolventen von 2015 sei es in manchen Bezirken schwer, eine Stelle zu finden. Diese Situation werde sich in den kommenden ein bis zwei Jahren verändern, "weil viele Pädagogen in Pension gehen", erklärte der Landesschulratspräsident.

An den unverändert 990 Pflichtschulen in Niederösterreich ist die Zahl der Klassen von 6.141 auf 6.173 gestiegen, die Zahl der Schüler hat sich von 109.300 auf 111.120 erhöht. 400 Standorte im Bundesland bieten laut Schwarz ganztägige Schulformen an. 15 Prozent der Pflichtschüler, überwiegend in der Volksschule, nehmen demnach Nachmittagsbetreuung in Anspruch. (APA, 1.9.2016)

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