Studie belegt: Autofahren mit Flipflops ist gefährlich

1. September 2016, 12:45
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Flipflop-Fahrer rutschen öfter ab oder verfehlen das Bremspedal, zeigt eine Untersuchung von mehr als 5.000 Bremsmanövern. Der Bremsweg verlängert sich dadurch

Im Sommer sieht man sie an zahlreichen Füßen: Flipflops. Leider wechseln auch viele Autofahrer nicht das Schuhwerk, wenn sie sich ans Steuer setzen. Wie gefährlich das ist, haben jetzt Wissenschafter der Leuphana Universität Lüneburg mit einer Untersuchung belegt. Friedrich Müller und sein Team vom Lünelab, dem Institut für Experimentelle Wirtschaftspsychologie der Leuphana, haben dazu an einem Fahrsimulator 5.400 Bremsmanöver ausgewertet.

Die Wissenschaftler untersuchten die Reaktionen von 34 Personen an einem Fahrsimulator. Die Probanden trugen bei jeweils der Hälfte der Bremsvorgänge feste, gut sitzende Schuhe, in den anderen Situationen hatten sie Flipflops an. Gemessen wurden unter anderem die Reaktionszeiten, die Zeit für die Bewegung vom Gas- zum Bremspedal (Umsetzzeit) und die Zeiten etwa vom Aufleuchten einer Ampel oder dem Erscheinen von Personen auf der Fahrbahn bis zum vollständigen Betätigen des Bremspedals (sogenannte Vorbremszeiten).

Die Wissenschafter kamen zu einem eindeutigen Ergebnis: Unter allen Bedingungen sind die Vorbremszeiten mit Flipflops deutlich länger als die mit festen Schuhen. In überraschend auftretenden Bremssituationen (ein Kind fährt plötzlich mit einem Skateboard auf die Straße) verlängert sich der Bremsweg – bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h im Durchschnitt um etwa 2,5 Meter.

Abrutschen, hängenbleiben, verhaken

Situationen, in denen die Fahrer bei Bremsmanövern vom Pedal abrutschten, an Pedalen hängen blieben oder sich zwischen den Pedalen verhakten, wurden ausschließlich bei Flipflop-Fahrern beobachtet. Knapp die Hälfte der Fahrer mit Flipflops verfehlte mindestens einmal das Bremspedal, ein knappes Drittel rutsche mindestens einmal vom Pedal ab.

80 Prozent der Fahrer berichten, dass sie sich beim Fahren mit Flipflops deutlich unsicherer fühlten. Das Fahren mit ungeeignetem Schuhwerk erfordert also insgesamt eine deutlich höhere Aufmerksamkeit vom Fahrzeuglenker. Die Verkehrspsychologen nehmen deshalb an, dass sich die Bremszeiten noch weiter verlängern, wenn Fahrer durch ein komplexes Verkehrsgeschehen, weitere Mitfahrer oder andere Reize abgelenkt werden. (red, 1.9.2016)

Rechtliche Situation in Österreich:

Fahren mit Flipflops, High Heels oder barfuß ist in Österreich nicht per se verboten. Kann ein Autofahrer aber aufgrund des falschen Schuhwerks nicht angemessen auf eine Situation im Straßenverkehr reagieren, kann es nach einem Unfall zu Problemen mit der Haftpflichtversicherung kommen. Auch strafrechtliche Konsequenzen sind denkbar, wenn ein Verkehrsunfall durch ein bestimmtes Schuhwerk zumindest mitverursacht wurde, heißt es vom ÖAMTC.

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  • Sind gefährlicher, als sie aussehen: Flipflops. Zumindest an den Füßen von Autolenkern.
    foto: wikipedia/alonis/(CC-Lizenz)

    Sind gefährlicher, als sie aussehen: Flipflops. Zumindest an den Füßen von Autolenkern.

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