Van der Bellen wirbt auf Kaunertalerisch: "Du brauchsch mi, und i brauch di!"

Video1. September 2016, 13:30
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Präsidentschaftskandidat präsentiert neues Wahlkampfvideo: "Kaunertal, Tirol, Österreich, Europa ist für mich eins"

Wien – Es sei ein "emotionales Manifest für Europa". Und diese Emotion ist bei Präsidentschaftskandidat Alexander Van der Bellen offenkundig "kaunertalerisch" gefärbt. Denn in seinem neuen Wahlkampfvideo, das der frühere Chef der Grünen am Donnerstag via Facebook präsentierte, spricht er auch im Dialekt des Kaunertals: "Soll kuaner muana, dass a koan ondera braucht." Für Nichtkaunertaler gibt es die Übersetzung ins Standarddeutsche: "Soll keiner meinen, dass er keinen anderen braucht", lautet demnach die zentrale Botschaft des Videos. Und weiter: "Du brauchsch mi, und i brauch di!"

alexander van der bellen

Van der Bellen braucht die Stimmen von möglichst vielen Wahlberechtigten, er braucht eine Mehrheit, um am 2. Oktober erneut vor FPÖ-Konkurrent Norbert Hofer zu liegen und dann tatsächlich als nächster Bundespräsident der Republik Österreich angelobt zu werden.

"Daheim in den Tiroler Bergen"

In dem neuen Europa-Manifest, das "daheim in den Tiroler Bergen" von der Wahlkampfagentur Jung von Matt/Donau unter der Führung von Martin Radjaby-Rasset entstanden ist, legt Van der Bellen "ein deutliches Bekenntnis zu seiner Heimat und einem starken Österreich in einem stabilen Europa" ab. Im Kaunertal habe er gelernt, "dass jeder Mensch gleich viel wert ist. Und dass das Zusammenleben funktioniert, wenn jeder Einzelne bereit ist, etwas zur Gemeinschaft beizutragen."

Sorge um Europa

Er erneuert seine Sorge um Österreichs Zukunft in Europa, "weil Nationalisten glauben, sie könnten auf die Gemeinschaft verzichten". Das Kaunertal sei für ihn deswegen auch so wichtig, weil ihm dort "als Flüchtlingskind vor 70 Jahren eine Heimat geschenkt" worden sei: "Der Grund, warum ich so sehr für ein starkes Österreich in einem gemeinsamen Europa bin, liegt hier. Das Kaunertal, Tirol, Österreich, Europa ist für mich eins."

Ein verlässliches Europa, ein stabiles Europa, ein freies Europa sei die Voraussetzung für "das Beste für unser Österreich", für Arbeitsplätze und um der Jugend Perspektiven zu geben. "Was Österreich hingegen nicht braucht, sind EU-Austrittsfantasien, wie sie von der FPÖ seit Jahren vertreten werden", sagt Van der Bellen über das neue Video: "Allein die Spekulation über einen EU-Austritt schadet unserem Land massiv. Unsere Heimat ist besser im Gemeinsamen als im Einsamen aufgehoben." (red, 1.9.2016)

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