Verkauf von Halogenspots in EU ab sofort verboten

1. September 2016, 10:43
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Die klassische Glühbirne erwischte es als Erste, nun geht es auch anderen Leuchten an den Kragen. Nur noch Restbestände dürfen gehandelt werden

Wien/Brüssel – Seit Donnerstag dürfen in allen EU-Ländern Halogenlampen mit 230 Volt und gerichtetem Licht – also Spotleuchten mit Reflektor – nicht mehr in den Handel kommen. Erlaubt ist nur noch der Verkauf von Restbeständen und Halogen-12-Volt-Reflektoren, die mindestens 4.000 Stunden Lebensdauer haben und im oberen Bereich der Energieeffizienzklasse C oder höher (B) liegen.

Damit tritt die sechste Stufe der Ökodesign-Richtlinie der EU in Kraft, nach der besonders energieintensive Leuchtmittel seit September 2009 schrittweise vom Markt genommen werden. Das bisher prominenteste Opfer: die klassische Glühbirne. Europas Haushalte sollen durch modernere Technik Strom sparen und so helfen, die Klimaschutzziele der EU zu erreichen.

Unkompizierter Tausch

"Die Halogenlampen können zukünftig problemlos mit einer LED-Lampe ausgetauscht werden, unabhängig von der bestehenden Fassung. Außerdem lohnt sich der Umstieg für die Konsumenten sofort. LED-Lampen sind um ein Vielfaches langlebiger und sparen bis zu 90 Prozent Energie," so Manfred Müllner, stellvertretender Geschäftsführer vom Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie in der Wirtschaftkammer auf STANDARD-Anfrage.

Andere Halogenlampen mit schlechteren Effizienzklassen und ohne gerichtetes Licht, etwa Lampen in der klassischen Birnenform, hatten von der EU im Vorjahr eine Fristverlängerung bis September 2018 erhalten.

Überraschung bei vielen Konsumenten

Ein Test von Global 2000 hat gezeigt, dass ein dimmbarer Halogenspot im Einzelhandel etwa 3,50 Euro kostet und ein vergleichbarer dimmbarer LED-Spot ab acht Euro erhältlich ist – wobei Halogenlampen eine deutlich geringere Lebensdauer haben. Innerhalb der Lebensdauer einer LED-Lampe müssten bis zu zwölf Halogenlampen eingesetzt werden, errechnete die Umweltschutzorganisation. Umgelegt auf den Verkaufspreis entspräche das etwa 42 Euro. Bezieht man die Nutzungsdauer ein, könnten Halogenlampen somit bereits in der Anschaffung mehr als fünfmal teurer als LED-Lampen kommen. Dazu kommen laut Global 2000 noch die höheren Energiekosten durch die geringere Energieeffizienz.

Bei vielen Konsumenten hat sich die Verordnung allerdings noch nicht herumgesprochen. Eine von Philips Lighting durchgeführte Befragung von 5.000 Konsumenten in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Schweden und Belgien ergab, dass drei Viertel von dem Verbot überrascht waren. Immerhin setzen zurzeit noch 40 Prozent von ihnen Halogenspots in ihren Wohnräumen ein. Mit 84 Prozent war das Wissensdefizit demnach in Schweden besonders hoch, in Frankreich mit 38 Prozent am geringsten. (ch, APA, 1.9.2016)

  • Eine aussterbende Art: die Hochvolt-Halogenspots.
    foto: amazon

    Eine aussterbende Art: die Hochvolt-Halogenspots.

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