Umweltaktivisten an G20-Staaten: Mehr für Klimaschutz tun

1. September 2016, 08:55
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Deutschland erhält vor Gipfel in China zwiespältiges "Zeugnis"

Peking – Vor dem G20-Gipfel in China drängen Umweltaktivisten die führenden Industrie- und Schwellenländer zu mehr Anstrengungen beim Klimaschutz. Trotz Anzeichen, dass der Anstieg der energiebedingten CO2-Emissionen gestoppt sei, müssten die G20-Staaten ihre Bemühungen für einen Einstieg in eine treibhausgasneutrale Welt deutlich vergrößern, erklärte das Bündnis Climate Transparency, dem Experten aus aller Welt angehören, am Donnerstag.

Kritik an Kohle und fossiler Energie

Als Prioritäten für den Kampf gegen CO2-Emissionen nennen die Experten die Bereiche Kohleverstromung und Subventionsabbau für fossile Energien. Zudem müsse es eine langfristige Rahmensetzung für die Klimapolitik geben. Die G20-Staaten sind den Angaben zufolge für rund drei Viertel der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich, allein die energiebedingten Emissionen seien von 1990 bis 2013 um 56 Prozent und damit um mehr als die Hälfte gewachsen.

Allerdings gibt es laut Climate Transparency auch eine gute Nachricht: Dieses CO2-Wachstum sei inzwischen zum Stillstand gekommen. Während beim Neubau von Kraftwerken inzwischen die Erneuerbaren Energien mehr als die Hälfte der Investitionen ausmachten, dominierten aber in den bestehenden Energiesystemen in den G20-Staaten noch immer die braunen Energieträger Kohle, Öl und Gas.

Planung für weitere Kolhekraftwerke

Ein Hauptproblem stellt der Studie zufolge die große Anzahl geplanter Kohlekraftwerke in den G20-Staaten dar. Würden alle Planungen tatsächlich umgesetzt, liefe das nahezu auf eine Verdopplung des Kohleverbrauchs hinaus. Das würde es nach Einschätzung der Experten praktisch unmöglich machen, die weltweite Erwärmung auf zwei Grad zu begrenzen.

Das Bündnis analysierte und bewertete im Vorfeld des am Sonntag und Montag stattfindenden Gipfeltreffens auch die einzelnen G20-Staaten in vielen Bereichen der Klima- und Energiepolitik, unter anderem Emissionen, Entwicklung der Kohleverstromung, der Erneuerbaren Energien, "grüne" Investitionen und auch Ambition der klimapolitischen Vorgaben für die kommenden Jahre.

Climate Transparency ist ein internationales Bündnis, das die Klimapolitik weltweit durch mehr Transparenz vorantreiben und ambitionierter machen will. An der Studie waren unter anderen Experten des New Climate Institute, von Germanwatch, der Humboldt-Viadrina Governance Platform und des britischen Overseas Development Institute beteiligt. Das G20-Treffen findet am Sonntag und Montag in Hangzhou statt. (APA, 1.9.2016)

  • China ist Gastgeber des aktuellen G20-Gipfels.
    foto: reuters/aly song

    China ist Gastgeber des aktuellen G20-Gipfels.

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