Xperia XZ und X compact: Sony enthüllt neue Smartphone-Flaggschiffe

1. September 2016, 15:55
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Sollen mit starker Kamera und intelligentem Energiemanagement punkten – smarte Gadgets folgen

Wer den Markenauftritt von Sony Mobile in der jüngeren Vergangenheit beobachtet hat, dürfte aus dem Vorgehen des Herstellers wohl nicht ganz schlau geworden sein. Nach mehreren Generationen an Smartphones der Xperia Z-Reihe präsentierte das Unternehmen am Mobile World Congress eine neue Linie, Xperia X – aufgeteilt in die Modelle X, X Performance und XA.

Damit warf man die alte Ordnung, in der die Z-Reihe ausschließlich die aktuellen Top-Smartphones aufbot, über Bord, handelte es sich beim XA doch um ein Einsteigermodell. Nun, zur IFA 2016 in Berlin, wächst die neue Generation um zwei weitere Sprösslinge an – das XZ und X compact.

Xperia wird Kommunikations-Marke

Aufklärung zum Namens-Wirrwarr lieferte im Vorfeld der Vorstellung Miso Curcic de Jong. Das Xperia X war eigentlich als der direkte Nachfolger des letzten Z-Modells (Z5) gedacht. Das hatte man allerdings verabsäumt zu kommunizieren. Der langfristige Plan ist es jedenfalls, "Xperia" von einer reinen Handy- zu einer Kommunikationsmarke auszubauen, die auch andere smarte Geräte abdeckt.

Doch bevor man intelligente Gadgets auf den Markt bringt, bedient man zuerst noch einmal Freunde von Highend-Telefonen und kompakten Handys. Das XZ nimmt dabei die Rolle des absoluten Flaggschiffs dieses Jahres ein – das "Z" als Namensteil und letztem Buchstabe des Alphabets soll dabei das "A" des Xperia XA kontrastieren.

Xperia XZ

Das Handy misst 146 x 72 x 8,1 Millimeter und wiegt 161 Gramm und steckt in einem metallenen Gehäuse. Auf der Front prangt ein 5,2-Zoll-Display mit Full-HD-Auflösung (1.920 x 1.080 Pixel). Im Inneren werkt Qualcomms Snapdragon 820, der sich auch schon in anderen Spitzengeräten des Jahres 2016 findet – etwa dem Samsung Galaxy S7 oder OnePlus 3. Ihm stehen drei GB RAM zur Seite. Der Onboard-Speicher wird modellabhängig mit 32 oder 64 GB bemessen und kann mittels microSD-Karte erweitert werden.

Das Smartphone beherrscht ac-WLAN und LTE bis Cat. 9 (das hierzulande noch nicht betrieben wird). Der Akku fasst 2.900 mAh und wird über einen USB-Port (Typ C) geladen. Im seitlich gelegenen Einschalter ist ein Fingerabdruckscanner integriert.

Kamera mit Triple-Sensor

Kameraseitig hat man sich für einen eigens angepassten IMX300-Sensor aus eigener Baureihe entschieden, der eine Auflösung von 23 Megapixel (13 MP mit Weitwinkel an der Frontseite) liefert. Das Kameramodul, das auch 4K-Videos aufnehmen kann, verfügt über einen Infrarot-Sensor, der für hohe Farbtreue sorgen soll, sowie über zwei Autofokus-Systeme.

Der "Predictive Autofocus" erkennt bewegte Objekte im Sucher und berechnet deren Weg vor, was für schärfere Aufnahmen, etwa bei Sportfotos, bürgen soll. Ein laser-basierter Phase Detection Autofokus wiederum soll auch bei schlechten Lichtbedingungen auf kürzere Distanzen korrekte Scharfstellung ermöglichen. Als Einsatzszenario werden hier etwa Partyfotos genannt. Weiters soll ein mit fünf Achsen arbeitender, digitaler Bildstabilisator Verwackelungen reduzieren. Sony verspricht, dass es möglich ist, binnen 0,6 Sekunden aus dem Standby ein Foto aufzunehmen.

"Wasserabweisend"

Das Handy ist, wie auch das X Performance, nach IP68 zertifiziert. Es soll also das Untertauchen in Süßwasser bis zu einer Tiefe von 1,5 Metern und einer Dauer von 30 Minuten überstehen. Sony vermarktet es jedoch als "wasserabweisend" statt "wasserfest", um Käufer nicht zu Tauchgängen anzuregen, für welche das Gerät nicht ausgelegt ist.

Strategie-Wechsel für Compact-Version

Beim X compact gibt es keine entsprechende Zertifizierung. Auch sonst stellt das mit einem 4,6-Zoll-Display deutlich kleiner, aber dafür dicker geratene Smartphone 129 x 65 x 9,5 Millimeter, 135 Gramm) so manche Abweichung zu den bisherigen kleinen Ausgaben (Z1 compact, Z3 compact und Z5 compact) dar.

Es nutzt nicht, wie soweit üblich, den gleichen Chipsatz, sondern integriert als "kleines Flaggschiff" den Snapdragon 650. Dieser erreicht nicht die Leistungswerte des 820er-Chips, agiert aber dafür sparsamer. Die Displayauflösung beträgt 1.280 x 720 Pixel (720p).

Gleiche Kamera, aber ohne 4K-Support

Und auch beim "Keramik"-inspirierten Gehäuse geht man andere Wege. Faktisch handelt es sich um Kunststoff, der rückseitig mit Klavierlack beschichtet und entsprechend anfällig für Fingerabdrücke ist. Das Handy bietet 32 GB Onboardspeicher nebst microSD-Slot, bringt drei GB RAM mit und beherrscht LTE bis Cat. 6. Der Akku fällt mit 2.700 mAh etwas kleiner aus. Fingerabdruckscanner und USB-C-Anschluss sind vorhanden.

Beim Kameramodul setzt Sony auf das selbe, das auch im XZ steckt. Die Frontkamera arbeitet allerdings mit fünf statt 13 MP. Auf die Aufnahme von 4K-Videos muss bei diesem Modell verzichtet werden. Vom Standby bis zum Foto soll es bei diesem Gerät weniger als eine Sekunde dauern.

Energiesparer

Beide Geräte laufen mit einer von Sony adaptierten Android-Firmware, die sich zum Release auf Versionsstand 6.0.1 "Marshmallow" befindet. Ein Update auf Android 7 "Nougat" wurde allerdings "bald" versprochen. Bedient werden auch alle anderen Handys der Xperia X-Reihe, sowie auch das Z5, Z5 Premium, Z5 compact, Z3+ sowie das Z4 Tablet.

Das XZ und X compact verfügen über Software mit verschiedenen Funktionen zum Energieverbrauch. So soll das Handy beispielsweise anbieten, das WLAN-Modul abzudrehen, wenn es registriert, dass dieses schon seit einiger Zeit nicht mehr verwendet wurde. Ein "Smart Cleaner" soll auf Wunsch ungenutzt Apps abwürgen.

Dazu soll es den Akku durch die Vermeidung von "Überladung" schonen, in dem es vom Nutzer lernt. Hängt man das Smartphone in der Nacht ans Ladegerät, soll der Akku zuerst auf 90 Prozent geladen und erst dann vollständig "aufgefüllt" werden, kurz bevor der Nutzer aufsteht. Zum Lieferumfang gehört ein Quickcharge-taugliches Ladeadapter.

Start-Termine und Preise

Beide Smartphones kommen in den nächsten Monaten auf den österreichischen Markt und werden bei allen großen Mobilfunkern (A1, T-Mobile, "3") sowie auch vertragsfrei zu haben sein. Den Start macht das X compact am 12. September um den Nennpreis von 449 Euro. Das Xperia XZ folgt Mitte Oktober und wird mit 699 Euro bepreist. In Österreich wird es ausschließlich die 32-GB-Fassung geben.

Von beiden Modellen werden auch DualSIM-Versionen verfügbar werden. Da diese nach aktuellen Plänen jedoch nicht offiziell in Österreich starten, werden Interessenten die Geräte aus dem europäischen Ausland importieren müssen – denn dort sollen sie sehr wohl auf manchen Märkten angeboten werden.

Gadgets folgen

Im November folgt mit dem Xperia Ear schließlich das erste Smart Gadget von Sony. Es handelt sich dabei um einen Sprachassistenten in Form eines In-Ear-Kopfhörers. Sein Preis wird voraussichtlich im Bereich von etwa 300 Euro angesiedelt sein.

Verschoben haben sich der Xperia Projector, der diverse Oberflächen in einen Touchscreen umfunktioniert, sowie der Xperia Agent, eine Art Mini-Roboter und Lautsprecher mit erweiterter Sprachssteuerung ähnlich Amazons "Echo". Mit dem Erscheinen dieser zwei Geräte, die gemeinsam mit dem "Ear" am vergangenen Mobile World Congress enthüllt worden waren, ist erst nach dem kommenden März, aber definitiv noch 2017 zu rechnen. (Georg Pichler aus Berlin, 01.09.2016)

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Reise und Unterkunft in Berlin wurden von Sony Mobile übernommen.

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Sony Mobile

  • Das Xperia XZ ist das erklärte Flaggschiff der neuen Sony-Reihe.
    foto: derstandard.at/pichler

    Das Xperia XZ ist das erklärte Flaggschiff der neuen Sony-Reihe.

  • Das Xperia X compact nutzt die gleiche Kamera, bedient aber leistungstechnisch die obere Mittelklasse. Es richtet sich an Freunde von handlicheren Smartphones.
    foto: derstandard.at/pichler

    Das Xperia X compact nutzt die gleiche Kamera, bedient aber leistungstechnisch die obere Mittelklasse. Es richtet sich an Freunde von handlicheren Smartphones.

  • Als optionale Accessoirs bietet Sony ein magnetisches Flip-Cover sowie ein Touch-Cover mit transparenter Abdeckung an, durch welche das Telefon bedient werden kann.
    foto: derstandard.at/pichler

    Als optionale Accessoirs bietet Sony ein magnetisches Flip-Cover sowie ein Touch-Cover mit transparenter Abdeckung an, durch welche das Telefon bedient werden kann.

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