Hamilton will in Monza WM-Führung ausbauen, Ferrari muss liefern

31. August 2016, 16:10
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"Habe mehr Motoren als alle anderen" – Italienische Presse mit kritischem Blick auf Vettel: Leistung in Spa "insufficiente"

Monza – Lewis Hamilton will nach seinem Strafen-Rennwochenende wegen mehrmaligen Wechsels des Motors in Spa-Francorchamps nun mit neuem Schwung seine WM-Führung ausbauen. "Jetzt habe ich mehr Motoren als alle anderen – das ist großartig. Damit kann die zweite Hälfte der Saison richtig beginnen", betonte der Formel-1-Weltmeister vor dem Grand Prix von Italien am Sonntag (Start: 14.00 Uhr) in Monza.

Wegen des Einsatzes mehrerer zusätzlicher Antriebsteile war der 31-jährige Brite in Spa strafversetzt worden und musste aus der letzten Reihe starten. Die Strafen gegen Hamilton hätten ihm das Leben bei seinem Sieg in Belgien leichter gemacht, gab Nico Rosberg zu. Der deutsche Teamkollege des dreifachen Weltmeisters hatte durch seinen sechsten Saisonerfolg den Rückstand auf Hamilton auf neun Punkte verkürzt. "Aber er wird am nächsten Wochenende wieder in den Kampf um den Sieg eingreifen. Das wird ganz sicher spannend", prophezeite Rosberg nach seinem 20. Karrieresieg.

Auf dem schnellsten Kurs im Rennkalender hat der WM-Zweite bisher noch nicht gewonnen. Hamilton entschied hingegen drei der vergangenen vier Rennen im Königlichen Park von Monza für sich. Der 49-fache Grand-Prix-Gewinner geht natürlich gemeinsam mit Rosberg auch ins 14. von 21 Saisonrennen als Topfavorit.

Ferrari unter Druck

Spannend dürfte sein, wie sich Ferrari mit dem vierfachen Ex-Weltmeister Sebastian Vettel und Ex-Champion Kimi Räikkönen beim Heimspiel schlägt. Der bisher letzte Sieg der Scuderia vor den Tifosi liegt sechs Jahre zurück (Fernando Alonso, 2010). Nach dem Belgien-Rennen zeigten sich Fahrer und Teamverantwortliche zuversichtlich. Daneben werden der WM-Dritte Daniel Ricciardo und dessen Red-Bull-Teamkollege Max Verstappen im Kampf um die besten Plätze vermutlich mitmischen.

Den Blick in Italiens Zeitungen sollte Vettel sich aber vielleicht sparen. Die Gazzetta dello Sport gab dem Deutschen die Note 5 für das Rennen in Spa – "insufficiente", das ist auch im italienischen Schulsystem nicht mehr ausreichend. La Stampa wartet "auf den wahren Vettel", denn unter Druck zeige dieser momentan zwei problematische Reaktionen: "Entweder Hektik, wegen der er Fehler begeht. Oder zu große Umsicht, was ihn zu langsamer Fahrt verleitet."

Nahezu alle bedeutenden Blätter gaben Vettel zudem zumindest die Mitschuld am Crash in Kurve eins mit Räikkönen und Verstappen. Das ist bemerkenswert, denn der Rest der Formel-1-Welt hatte ziemlich einstimmig den Niederländer verantwortlich gemacht und Vettel eher als Opfer gesehen.

Doch der Deutsche ist nicht mehr unumstritten in Italien. 2015 war er euphorisch empfangen worden, mit Eifer und großem Talent sollte er helfen, die Scuderia wieder zur ersten Adresse zu machen. Doch im zweiten gemeinsamen Jahr hat sich vieles geändert. Kein Sieg und weiterhin ein großer Rückstand auf Mercedes. d

Immer wieder gab es in diesem Jahr zwar Anzeichen für einen Aufwärtstrend, doch zuletzt verhinderten stets technische Probleme oder einfach Pech die nötigen Erfolge. So wäre Ferrari in Belgien wohl "normalerweise hinter Mercedes reingekommen", sagte Vettel.

Und sogar die kritische Gazzetta dello Sport wies auf diesen positiven Aspekt hin, die Leistung des SF16-H im ersten Rennen nach der Sommerpause sei ein Mutmacher gewesen.

Verstappen: "Cool"

Verstappen, auf den die Augen nach seinem Crash-Kurs in Spa besonders gerichtet sein werden, freut sich schon auf die 5,793 km lange Strecke: "Das ist ein wirklich cooler Kurs, wegen all der Geschichte, die er zu bieten hat. Und es ist ein Kurs, auf dem das Fahren einfach Spaß macht." Auch Ricciardo, zuletzt in Belgien Zweiter hinter Rosberg, "mag die Strecke durch den Park. Das Rennfahren dort ist einfach gut und es gibt eine Menge Möglichkeiten zu überholen", betonte der Australier. (APA, sid, 31.8.2016)

  • Drei der letzten vier Rennen in Monza gewann Lewis Hamilton, so auch vor einem Jahr.
    foto: apa/epa/suki

    Drei der letzten vier Rennen in Monza gewann Lewis Hamilton, so auch vor einem Jahr.

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