Trump bespricht in Mexiko Mauerbau

31. August 2016, 23:31
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Präsidentschaftskandidat: Über die Finanzierung des Grenzbauwerks wird später verhandelt

Mexiko-Stadt – Der republikanische US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat bei einem Besuch in Mexiko das Recht zum Bau einer Grenzmauer betont. "Wir haben die Mauer besprochen," erklärte der Geschäftsmann am Mittwoch nach einem etwa einstündigen Treffen mit dem mexikanischen Präsidenten Enrique Pena Nieto in Mexiko-Stadt. "Wir haben nicht besprochen, wer dafür bezahlt. Das kommt zu einem späteren Zeitpunkt." Es habe sich um ein erstes Treffen gehandelt, das exzellent verlaufen sei.

Pena Nieto ging nicht auf die umstrittenen Pläne Trumps ein. Er sagte, dass die Nachbarstaaten ihre Grenze als Vorzug betrachten sollten. Außerdem sei die illegale Migration aus Mexiko in den vergangenen Jahren merklich zurückgegangen.

Trumps Besuch in Mexiko wurde kurzfristig angekündigt und kam für Experten in beiden Staaten unerwartet. Der US-Republikaner hat illegale Eingewanderte als Vergewaltiger und Drogenhändler bezeichnet. Bereits im Vorwahlkampf kündigte er den Bau einer Mauer an der Grenze an, für die Mexiko zahlen solle.

Hitler-Vergleich

Pena Nieto hat seinerseits Vergleiche zwischen Trumps Präsidentschaftsbewerbung und dem Aufstieg Adolf Hitlers gezogen. Seine Minister haben den Geschäftsmann als Rassisten beschimpft.

Die "Washington Post" berichtete unter Berufung auf Menschen in Trumps Umfeld, sein neuer Wahlkampfleiter Stephen K. Bannon habe ihm dazu geraten, die Einladung des mexikanischen Präsidenten anzunehmen. Er könne sich mit dem Treffen als Staatsmann präsentieren, der direkt mit Mexiko verhandelt. Der Schritt soll in Trumps Team allerdings umstritten gewesen sein, hieß es in dem Bericht.

Wichtiger Partner

Trump sprach von einem "ausgezeichneten Treffen" mit dem mexikanischen Präsidenten. "Es waren offene und konstruktive Gespräche", sagte Pena Nieto. "Auch wenn wir nicht in allem übereinstimmen, können wir gemeinsam mehr Wohlstand und Sicherheit erreichen."

Trump bekräftigte, dass das nordamerikanische Freihandelsabkommen NAFTA seiner Einschätzung nach Mexiko mehr nutze als den USA. Der Vertrag müsse überarbeitet werden. Er habe aber großen Respekt vor mexikanisch-stämmigen Amerikanern. "Das sind großartige Leute", sagte Trump.

Im Falle eines Wahlsiegs Trumps müssten die beiden Männer aber wohl oder übel zusammenarbeiten. Die USA sind der wichtigste Wirtschaftspartner Mexikos. Für die USA ist Mexiko der drittgrößte Handelspartner. Im vergangenen Jahr betrug das Handelsvolumen über 532 Milliarden US-Dollar (476,36 Milliarden Euro). In den USA hängen sechs Millionen Arbeitsplätze vom Handel mit Mexiko ab. 34,6 Millionen Menschen mit mexikanischen Wurzeln leben in den Vereinigten Staaten. (Reuters, APA, 31.8.2016)

  • Enrique Peña Nieto empfängt Donald Trump
    foto: reuters/henry romero

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