"Wirtschaftsblatt"-Mitarbeiter wollen mehr Zeit für Buy-out

31. August 2016, 11:39
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Personenkomitee-Sprecherin: "Mitarbeiter-Buy-out ist letzte Option'" – Bisher 150 Unterstützungserklärungen von potenziellen Investoren, Styria verhandelt weiter

Wien/Graz – Die Mitarbeiter des "WirtschaftsBlatt" und das Personenkomitee für die Fortführung der Wirtschaftszeitung wünschen sich vom Eigentümer Styria Media Group eine Verschiebung der für Freitag geplanten Einstellung des Blattes bis auf Ende Oktober. Sie hoffen dadurch ihre Chancen, das geplante Mitarbeiter-Buy-out zu finanzieren, verbessern zu können.

"Das Mitarbeiter-Buy-out ist die letzte Option für das 'Wirtschaftsblatt'", sagte die Sprecherin des Personenkomitees "Wirtschaftsblatt", Birgit Kraft-Kinz, am Mittwoch in Alpbach. Man habe das Styria-Management gebeten, ernsthaft zu überlegen, den Einstellungstermin 2. September zu überdenken. Bisher habe man darauf aber noch keine Antwort bekommen.

Investoren gesucht

Das Mitarbeiter-Buy-out sei für das "Wirtschaftsblatt" wohl die letzte Chance, um weiter bestehen zu können. Und dafür werden Investoren gebraucht. Der dafür notwendige Betrag wird vorläufig auf einen einstelligen mittleren Millionenbetrag geschätzt. Bis 2. September sei es aber nicht wahrscheinlich, genügend Zusagen zu bekommen, heißt es, deshalb wolle man eine Verschiebung der Schließung über den 2. September hinaus erreichen. "Es gibt noch eine Chance, aber es braucht dazu auch den Willen der Styria", appellierte Kraft-Kinz an den Eigentümer. Bisher habe sich als einziger potenzieller Investor laut den "Salzburger Nachrichten" die Welser MPS Uniconsult geoutet.

Viel Zuspruch für Personenkomitee

Der Zuspruch aus Kreisen der Wirtschaft sei stark, das Personenkomitee zur Erhaltung des "Wirtschaftsblatts" habe bereits "irrsinnig viel Zuspruch" erfahren und umfasse etwa 150 Leute, darunter potenzielle Investoren, Abonnenten und Inserenten. Unter den Unterstützern finden sich Manager von Unternehmen, aber auch Funktionäre wie WKÖ-Präsident Christoph Leitl und AK-Präsident Rudolf Kaske. "Die Signale aus der Wirtschaft, da mitzutun, sind überraschend stark", so Kraft-Kinz. Das "Wirtschaftsblatt" könnte in Zukunft eine wichtige Rolle dabei spielen, den Standort Österreich wieder nach vorne zu bringen, so die Vision. Unter den Topmanagern betrage die Reichweite immerhin 20 Prozent. Appelliert wird auch an die soziale Verantwortung des Styria-Konzerns, hinter dem ja auch die Kirche in Form eines gemeinnützigen Vereines stehe.

66 Mitarbeiter betroffen

Von der Einstellung des Blattes wären insgesamt 66 Mitarbeiter betroffen. Den drastischen Schritt begründete die Styria mit der schwierigen Marktlage, bisherigen Verlusten und damit, dass die Kosten des Betriebs auch künftig nicht vom Markt refinanzierbar seien. Man habe alles versucht, die Entscheidung sei aber leider unumgänglich. Den Wunsch nach einer Fristerstreckung bis Ende Oktober wollte man an der Styria-Konzernspitze am Mittwoch nicht kommentieren. Derzeit könne man "nur so viel sagen, dass die Styria noch immer mit Interessenten am 'Wirtschaftsblatt' verhandelt", hieß es. (APA, 31.8.2016)

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