"Manhattan Transfer": Die Stadt, die nie schweigt

1. September 2016, 15:07
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Eines der bekanntesten Werke der Literatur über New York gibt es nun als lange Hörspieladaption

Nicht erst Frank Sinatra besang New York als Stadt, die niemals schlief. Die Hochmoderne hatte das schon zuvor getan, bis heute mit am bekanntesten 1925 der Schriftsteller John Dos Passos (1896-1970) mit seinem Roman Manhattan Transfer, einem Schlüsselwerk der Big-Apple-Literatur.

Nun haben der fleißige Radiomacher Leonhard Koppelmann als Bearbeiter und der Komponist Hermann Kretzschmar eine lange Hörspieladaption erarbeitet. In dieser Produktion von SWR 2 – der Radiosender gab auch den Anstoß zur Neuübersetzung durch Dirk van Gunsteren – zeigt sich aber, dass Dos Passos' Stimmenmontage-Ansatz, das Verfolgen von multiplen Biografien durch drei Jahrzehnte hindurch, recht blutleer wirkt.

Selbst bei der prominenten Sprecherriege, Maren Eggert, Ulrich Matthes, Ulrich Noethen, Max von Pufendorf, Johann von Bülow nebst zwei Dutzend mehr, bleiben die zahllosen auf- und abtretenden Figuren, vom Rechtsanwalt über Kneipenwirt, Gewerkschafter bis zum Impresario, vom Zauberer über Obdachlose bis zum Kriegsheimkehrer, blass. (Alexander Kluy, Album, 27.8.2016)

  • John Dos Passos, "Manhattan Transfer". € 20,- / 340 min, Hörbuch Hamburg, Hamburg 2016
    foto: hörbuch hamburg

    John Dos Passos, "Manhattan Transfer". € 20,- / 340 min, Hörbuch Hamburg, Hamburg 2016

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