Datenweitergabe an Facebook: Datenschützer prüfen Whatsapp

31. August 2016, 09:46
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Heftige Kritik an Weitergabe persönlicher Informationen; womöglich drohen Sanktionen

Nach der Firmenübernahme durch Facebook werde sich nichts verändern: Das versprach Whatsapp vor zwei Jahren, als Facebook rund 22 Milliarden Dollar für den populären Messenger hinlegte. Doch vor wenigen Tagen kündigte Whatsapp an, künftig doch Daten mit dem sozialen Netzwerk seines Eigentümers auszutauschen. Das alarmiert Datenschützer weltweit. Sowohl in Europa als auch in den USA wurden bereits erste politische und rechtliche Schritte gesetzt, um die Legalität des Datenaustausches zu prüfen.

"Auf dem Spiel steht die Kontrolle über eigene Daten"

So berichtet das "Wall Street Journal", dass die sogenannte Artikel -9-Gruppe, die aus den nationalen Datenschutzbehörden der EU-Mitglieder besteht, Whatsapp mit "äußerster Wachsamkeit" beobachten will. "Auf dem Spiel steht die individuelle Kontrolle über persönliche Daten, die von Internetkonzernen ausgetauscht werden", schreibt die Gruppe in einem Statement das Wall Street Journal. In den USA wurden bereits mehrere Beschwerden bei der Federal Trade Commission eingereicht, die Whatsapp "unfaire und manipulative Geschäftspraktiken" unterstellen.

Alternativen

Auch in Deutschland werden Datenschützer aktiv. Der Hamburger Datenschutzbeauftragte sieht laut Heise "keine Rechtsgrundlage für die Erhebung der Nutzungsdaten durch Facebook bei Whatsapp." Facebook werde "einige Fragen zu beantworten" haben. Der Vorsitzende der deutschen Datenschutzkonferenz rät Nutzern, sich nach Alternativen umzusehen. Die Datenweitergabe an Facebook kann allerdings abgestellt werden.

Als sicher gilt beispielsweise "Signal", das von der Datenschutzorganisation Edri, der Electronic Frontier Foundation (EFF) und NSA-Whistleblower Edward Snowden empfohlen wird. Auch die Schweizer App "Threema" erfreut sich hoher Beliebtheit. (fsc, 31.8.2016)

  • Facebook und WhatsApp tauschen Daten aus – Datenschützern missfällt das stark
    foto: reuters/ruvic

    Facebook und WhatsApp tauschen Daten aus – Datenschützern missfällt das stark

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