Thiem dreht 1:2-Satzrückstand

31. August 2016, 05:59
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French-Open-Halbfinalist von Australier Millman voll gefordert – "Solche Siege sind extrem wertvoll zurzeit" – Nun gegen Berankis

New York – Es war die erwartet schwere Auftaktpartie für Dominic Thiem bei den US Open. Der Weltranglistenzehnte hatte am Dienstagabend in Flushing Meadows allerdings weit mehr Mühe, als ihm lieb war. Thiem lag gegen den zuletzt starken Australier John Millman schon mit 1:2 in Sätzen zurück, ehe er nach 3:05 Stunden noch mit einem 6:3, 2:6, 5:7, 6:4, 6:3 in die zweite Runde einzog.

"Ich bin natürlich unfassbar froh jetzt, weil solche Siege, solche Partien sind extrem wertvoll zurzeit. Tausendmal besser als ein Viertelfinale in Cincinnati mit einem w. o.", erinnerte Thiem an das etwas glückliche Abschneiden in Ohio.

In der nächsten Runde trifft Thiem nun am Donnerstag erstmals auf den Litauer Ricardas Berankis (ATP-Nr. 89), der sich gegen Malek Jaziri (TUN) danach mit 3:6, 7:6 (3), 6:4, 6:2 durchsetzte. "Er spielt gut von der Grundlinie, spielt sehr gut von der Rückhand. Das wird eine interessante Partie, ich freue mich auf Donnerstag."

Über volle Distanz auf Weg zum Aus

Den eben bezwungenen Kontrahenten hätte er gerne etwas schneller hinter sich gelassen. "Ich habe schon eine schwere Partie erwartet, aber so knapp hätte es jetzt nicht sein müssen", sagte Thiem nach seinem dritten Sieg in einem Fünf-Satz-Match. Der als Nummer acht gesetzte Niederösterreicher musste auf Court 13 über die volle Distanz gehen und war gegen den Weltranglisten-66. schon auf dem Weg zum Aus. Denn als Millman auch noch das Break zum 2:1 im vierten Satz schaffte, sah es auf dem von immer mehr Zuschauern umsäumten Platz nach einer Überraschung aus.

"Ich habe echt sehr gut begonnen und einen sehr soliden ersten Satz gespielt", konstatierte Thiem. Mit einem Break gleich im Auftaktgame und einem zweiten zum 6:3 nach 29 Minuten hatte Thiem den ersten Satz schnell in der Tasche. Als der Schützling von Günter Bresnik im zweiten Durchgang bei 1:1 und einer 40:0-Führung den Aufschlag zum 1:2 abgeben musste, wurde sein Spiel immer fehleranfälliger. "Das war ein sehr dummes Break. Dann ist mir das Match ein bisserl entglitten", gestand er.

Einen Ball zum sofortigen Rebreak im vierten Game vergab der Lichtenwörther, stattdessen musste er zum 2:5 neuerlich den Aufschlag abgeben. Nach dem 1:1 in Sätzen gelang Millman nach Break und Rebreak zum 6:5 ein neuerliches Break. "Das sind ein paar Sachen, die wären sicher vor ein paar Wochen, Monaten nicht passiert, aber solche hart umkämpften Matches helfen wahrscheinlich am meisten." Nach 106 Minuten hatte Millman auch den dritten Satz für sich entschieden. Dann passierte besagter Serviceverlust zum 1:2, ein Resultat vor allem doch einiger unerzwungener Fehler Thiems (insgesamt 51). "Ich habe gewusst, dass es sehr auf der Kippe steht. Aber ich habe versucht, dass ich mich weiter reinfighte."

Internationale Anfeuerungsrufe

Unter den Anfeuerungsrufen nicht nur von österreichischen Fans gelang dem vierfachen Turniersieger dieses Jahres dies dann aber, und er leitete die Wende ein. Das Rebreak zum 2:2 und ein überstandener Breakball im fünften Game stärkten Thiems Selbstvertrauen. Obwohl er nach einem Break zum 5:3 neuerlich den Aufschlag abgeben musste, gelang ihm mit einer krachenden Vorhand das Break zum 6:4.

Satz fünf war erreicht, die insgesamt fünfte Fünf-Satz-Partie seiner Karriere Realität. Das Match blieb weiter spannend, zum 4:2 gelang es Thiem aber, seinem Gegner erneut das Service abzunehmen. Diesen Vorteil ließ sich er sich nicht mehr nehmen. Nach zwei vergebenen Break- und Matchbällen bei 5:2 nützte er den dritten dann zum 6:3.

"Ich habe mich körperlich und auch spielerisch sehr gut gefühlt. Es war auch für ein Fünf-Satz-Match jetzt nicht so lang", erklärte Thiem, dem trotz des eigentlich kleinen Platzes die Atmosphäre vor rund 1.300 Zuschauern aber gut gefallen hat. "Es hat bis auf den zweiten und dritten Satz richtig Spaß gemacht da draußen." (APA, 31.8.2016)

  • Dominic Thiem kam gegen John Millman ins Straucheln.
    foto: apa/afp/eduardo munoz alvarez

    Dominic Thiem kam gegen John Millman ins Straucheln.

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