Aus- und Anziehgebot

Einserkastl30. August 2016, 17:32
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Auch in Israel ereignete sich ein Bikini-Skandal

Das Ausziehgebot an einigen europäischen Stränden macht folgende Episode, die an den Ufern des östlichen Mittelmeers spielt, besonders interessant: In Ashdod südlich des weltoffenen Tel Aviv wurde eine Sängerin vom Veranstalter während eines Konzerts von der Bühne geholt. Ihre Kleidung sei einem öffentlichen, vom Staat gesponserten Auftritt nicht angemessen gewesen, stellte eine Kulturministeriumssprecherin später klar.

Die Frau trug Shorts und ein offenes Hemd über einem Bikinioberteil. Perfektes Strandkonzert-Outfit, würde man meinen.

Da versuchen Obrigkeiten, nackte Haut zu ordern, dort einzuschränken: Da gerät einiges durcheinander, selbst wenn man klarstellt, dass der Fall Israel insofern anders ist, als einem Veranstalter, auch der öffentlichen Hand, ein Mitspracherecht darüber zugestanden werden muss, wie die von ihm Engagierten auftreten.

Aber die Parallelität besteht darin, dass in beiden Fällen Behörden in Ländern, die als "frei" gelten, plötzlich etwas durchsetzen wollen, was sie meinen, dass der allgemeine Konsens für "angemessen" ist. Und dass diese Frage immer und ewig an dem abgearbeitet wird, was Frauen anhaben.

Und es ist weiters spannend zu sehen, dass Länder, die sich selbstverständlich auf einer gemeinsamen Seite gegen den radikalen Islam sehen, zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Also was jetzt ist "unsere Kultur"? (Gudrun Harrer, 30.8.2016)

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