Kein Auftritt nach Ministerrat: Kern bricht mit Kreisky

Ansichtssache30. August 2016, 17:33
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Christian Kern verkündete das Ende – ganz neuer Stil – per Video auf Facebook. Der Kanzler will sich künftig nicht mehr, wie bisher üblich, nach den wöchentlichen Ministerräten der Regierung den Fragen der Medien stellen. Das traditionelle "Pressefoyer" habe seinen Sinn verloren, argumentiert Kern. Längst drehten sich die Auftritte nicht mehr darum, Politik zu erklären und für Anliegen zu werben, sondern nur um die Aneinanderreihung von "Soundbites" für die Journalisten: Für eine Politik nach dem Stil eines "Hunderennens", sagt der SPÖ-Chef, sei er aber nicht zu haben.

Kern beseitigt damit eine Tradition, die Bruno Kreisky vor 45 Jahren begründet hat: Erstmals konnten Journalisten dem Regenten damit direkt Fragen stellen, ohne diese vorab diversen Aufpassern vorlegen zu müssen. (jo, 30.8.2016)

foto: apa/bissuti/kurier

Wie alles begann: 1971 erfand Kanzler Bruno Kreisky das Pressefoyer nach dem Ministerrat – und nutzte die Bühne für seine Show.

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Er liebte die Distanz: Franz Vranitzky bereitet die Nähe beim Pressefoyer – hier bei seinem letzten 1997 – mitunter Unbehagen.

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foto: reuters

Das Stehpult überlebte seine Regentschaft: Viktor Klima, hier 1998, galt als Medienkanzler, schaffte aber mit einer roten Kordel Abstand.

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foto: apa/techt

Fehlten nur die Schießscharten: Wolfgang Schüssel und Herbert Haupt waren 2007 samt Sprecherin Heidi Glück in Bunkerstimmung.

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Solo für den Kanzler: Wegen eines Koalitionsstreits traten Alfred Gusenbauer (Bild) und Wilhelm Molterer 2007 getrennt auf.

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Gründe zum Augenüberdrehen gab es oft: Reinhold Mitterlehner und Werner Faymann lieferten sich manchen Schlagabtausch.

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foto: apa/neubauer

Kern will sich den wöchentlichen Medienrummel nicht mehr antun.

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