Ungarischer Rechtsextremist zu 13 Jahren verurteilt

30. August 2016, 16:52
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György Budaházys Gruppe "Pfeile der Ungarn" verübte mehrere Bombnenanschläge

Das Budapester Stadtgericht hat am Dienstag den Rechtsextremisten György Budaházy wegen verschiedener Terrorakte zu 13 Jahren Haft verurteilt. 14 Mitangeklagte erhielten Strafen zwischen fünf und zwölf Jahren, zwei weitere Bewährungsstrafen.

Budaházys Gruppe, die unter dem Namen "Pfeile der Ungarn" auftrat, verübte – wie das Urteil festhält – zwischen 2007 und 2009 mehrere Bombenanschläge auf Häuser von Politikern der damaligen linksliberalen Regierungskoalition. Menschen wurden dabei nicht verletzt. Mitglieder der "Pfeile" schlugen außerdem den Fernsehmoderator Sándor Csintalan zusammen, der Budaházy "beleidigt" haben soll.

Tumult im Gerichtssaal

Der Saal 36 im Budapester Stadtgericht war vollgepackt mit Budaházys Anhängern und bekannten Gesichtern der rechts- extremen Szene Ungarns. Als die vorsitzende Richterin die Strafmaße verkündete, ging ein ungläubiges Raunen durch die Reihen. Die mehr als vierstündige Urteilsbegründung der Richterin hörte sich das Publikum noch geduldig an.

Als aber der Staatsanwaltschaft Berufung zwecks Erhöhung der Strafmaße ankündigte, brach ein Tumult aus. Einige riefen "Mörder!" und "Blutrichter!". Krisztina Morvai, die schrille Europaabgeordnete der rechtsextremen Jobbik-Partei, hielt dem Staatsanwalt vor, er habe "das Schauprozess-Urteil schon im Vorhinein gekannt". Auch die Verurteilten kündigten Berufung an, das Urteil ist somit noch nicht rechtskräftig. (Gregor Mayer aus Budapest, 31.8.2016)

  • György Budaházy bei einer Demonstration in Budapest, März 2009
    foto: reuters/karoly arvai

    György Budaházy bei einer Demonstration in Budapest, März 2009

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