"Coppers": Strenge Liese auf Streife

Ansichtssache31. August 2016, 08:00
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Belgische Krimiserie um kühle Kommissarin ab Mittwoch auf ZDF neo

Geübte Krimischauer kennen das: Eine ernste Einzelkämpferin ist mit dem Fall ihres Lebens konfrontiert und muss obendrein noch ihre eigene Geschichte bewältigen.

foto: zdf/silbermann

Sie ist jung, höchstens mittleren Alters, gutaussehend und fast immer mit sozialen Defiziten ausgestattet, ausgelöst durch a) eine schlimme Kindheit, b) eine traumatische Zweierbeziehung, c) berufliches Schei tern mit katastrophalem Ausgang oder d) alles zusammen. Sarah Lund (Kommissarin Lund), Saga Norén (Die Brücke), Bibi Fellner (Tatort) können davon ein Lied singen.

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Fast immer ist die Problemfrau am Zug, wenn es darum geht, Verbrechen zu lösen. Film und Fernsehen kennen weit weniger astreine Heldinnen als Helden.

Tod durch Ersticken

Diesem offenkundig um Vielschichtigkeit bemühten Zugang folgt auch die belgische Krimiserie Coppers ab heute, Mittwoch, um 23.15 Uhr in 13 Folgen auf ZDF neo.

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Die Leiterin der Antwerpener Mordkommission Liese Meerhout (Hilde De Baerdemaeker) hat ihre eigene Geschichte, von der erfährt der Zuschauer vorerst allerdings nichts. Ein Verbrechen ist passiert, wieder einmal ist es ein besonders grausames. Ein Journalist wird mit einem Plastiksack über dem Kopf aufgefunden – definitiv keine Berufskleidung! Daneben liegt eine Spielzeugpuppe, und man muss kein Kriminalpsychologe sein, um hierin die eindeutige Handschrift eines Psychopathen zu erkennen und zu wissen: Da kommt noch mehr.

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foto: zdf/sofie silbermann

Als ob das allein nicht schon genug wäre, gibt es auch noch interne Brösel. Für die Kommissarin ist das nicht unerheblich, denn sie ist ehrgeizig und löst Fälle mit cooler Professionalität.

Karg in der Ausstattung, dicht im Fall steht Coppers eindeutig in der Tradition skandinavischer Krimiware, die auch gerne mit Geschlechterrollen spielt: Die Kollegen erzählen private Geschichten im Dezernat, die strenge Liese überhört derlei Unwichtigkeiten beharrlich. Abends hängt die Kettenraucherin in der Lesbendisco ab, später wird sie sich auf den feschen Pathologen einlassen.

Anders als ihre Ermittlerschwestern löst Liese Meerhout ihre Fälle in 55 Minuten: Jede Folge hat einen Schluss, und hierin weicht Coppers klar vom Schema F ab: Nicht immer ist es ein guter. (prie, 31.8.2016)

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