Philippinische Armee verstärkt Offensive gegen Abu-Sayyaf-Rebellen

30. August 2016, 16:03
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Präsident Duterte will Extremistengruppe endgültig besiegen

Manila – Die philippinische Armee hat ihre Offensive gegen die islamistische Rebellengruppe Abu Sayyaf verstärkt, nachdem die Gruppe 15 Soldaten getötet hatte. Die Armee habe am Dienstag zusätzlich 2500 Soldaten nach Jolo und auf andere Inseln geschickt, sagte der Präsidentensprecher Ernesto Abella. Präsident Rodrigo Duterte wolle sicherstellen, dass die Bedrohung durch Abu Sayyaf bald beendet werde.

Duterte hatte kürzlich zur Vernichtung der Gruppe aufgerufen. Am Montag waren bei Gefechten 15 Soldaten getötet und zehn weitere verletzt worden, wie Militärsprecher Filemon Tan mitteilte. Demnach sollen die zusätzlichen Truppen die zwei Brigaden an Ort und Stelle verstärken. In einer Brigade sind mindestens tausend Soldaten. Tan zeigte sich zuversichtlich, dass die Armee die Extremisten besiegen werde. Doch gestand er ein, dass die Rebellen von dem unwegsamen Gelände und der Unterstützung von Teilen der muslimischen Bevölkerung in der Region profitierten.

Entführungen

Abu Sayyaf war in den 90er-Jahren im muslimischen Süden mit Geld des Terrornetzwerks Al-Kaida gegründet worden und machte seitdem wiederholt mit der Entführung von Ausländern Schlagzeilen. Die Gruppe hat Millionen Euro durch Lösegelderpressung eingenommen. Dieses Jahr enthauptete sie zwei kanadische Geiseln, nachdem ihre Forderungen zurückgewiesen worden waren. Laut dem Militär hält Abu Sayyaf noch einen Norweger, einen Niederländer und fünf Indonesier als Geiseln.

Der Militärsprecher Tan sagte, die Gruppe habe Schätzungen zufolge noch 480 Kämpfer unter Waffen, doch könnten es auch mehr sein. Mehrere Regierungen haben bereits versucht, Abu Sayyaf zu vernichten, doch gelang trotz der Unterstützung durch US-Spezialkräfte kein endgültiger Sieg über die Extremistengruppe. (APA, 30.8.2016)

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