Andrea Maurer: Zerleg' mich, spricht die Norm

30. August 2016, 15:15
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Die Künstlerin wird mit dem zehnten H13 Niederösterreich Preis für Performance ausgezeichnet. Sie selbst präsentiert sich am 1. September im Kunstraum Niederösterreich.

Wien – Gegeben ist das Objekt, und begriffen wird es körperlich. Die Sprache wiederum bezeichnet es. Normiert werden beide – also Objekt und Sprache – durch die Kultur.

Zerlegbar ist das Normierte aber mithilfe der Kunst. Das betreibt die in Salzburg geborene Wienerin Andrea Maurer seit rund zehn Jahren. Dafür, wie sie es macht, erhält die Künstlerin am Donnerstag im Kunstraum Niederösterreich den H13 Preis für Performance. Konkret hat die Preisjury – es sind dies Sandro Droschl, Bettina Kogler, Christiane Krejs und Marlies Surtmann – die Arbeit Selbstzerlegung der Performerin und Installationskünstlerin für preiswürdig befunden.

Sprache an sich

Der Titel Selbstzerlegung bezieht sich nicht auf die Person der Künstlerin selbst, sondern vor allem auf das Objekt als solches und auf die Sprache an sich.

Überzeugt haben Andrea Maurers "absurde, überdimensionale Wort- und Holzkonstruktionen, gefüllt mit Sprache, im ständigen Wandel begriffen", so die Begründung, die auch hervorhebt, was bei der Selbstzerlegung geschieht: "Das Sprach- und Baumaterial wird attackiert, zerlegt und zerstört."

Nun Alleingang

Es entstünde "ein eigener Kosmos, in dem Körper, Begriffe und Objekte in einem fragilen Verhältnis zueinander stehen. Prekäre Situationen werden gebaut, die jederzeit kollabieren können."

Bekannt wurde Andrea Maurer durch ihre künstlerische Zusammenarbeit mit Thomas Brandstätter unter dem Label Studio 5. Unvergesslich bleiben dabei The End (aus dem Jahr 2011) oder meaning meaning (2012).

Seit dem Jahr 2013 wagt Andrea Maurer erfolgreich den künstlerischen Alleingang – und dies mit diversen Performances wie Poelstra stolpert, Maurer sägt oder numbers in pieces und Die Baugrube. Was dort geschieht – also zerlegen und neu kombinieren, das Absurde frei arbeiten lassen und auch dem anfallenden Witz etwas Raum geben -, all dies wird auch in der Selbstzerlegung wirksam werden. (Helmut Ploebst, 30.8.2016)

Performance im Kunstraum Niederösterreich am 1.9. ab 17.00; Installation bis 3.9.

  • Künstlerin Andrea Maurer und ihre überdimensionalen Wort- und Holzkonstruktionen.  Sie sind "gefüllt mit Sprache, im ständigen Wandel begriffen", so die Jury des Performance-Preises.
    foto: andrea maurer

    Künstlerin Andrea Maurer und ihre überdimensionalen Wort- und Holzkonstruktionen. Sie sind "gefüllt mit Sprache, im ständigen Wandel begriffen", so die Jury des Performance-Preises.


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