UN-Hilfe läuft über Assad-Vertraute

30. August 2016, 14:37
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Britische Zeitung wirft Vereinten Nationen vor, Blutkonserven an das syrische Verteidigungsministerium zu liefern

Der Syrien-Hilfseinsatz ist das teuerste Projekt, das die Uno je organisiert hat. Seit dem Jahr 2011 bemühen sich UN-Teilorganisationen, die Auswirkungen des Bürgerkriegs auf die Zivilbevölkerung zu mildern. Doch ein von der britischen Tageszeitung "The Guardian" veröffentlichter Bericht zeigt, dass sich die Uno mangels verlässlicher Partnerorganisationen auf dem Assad-Regime nahestehende Geschäftsleute verlässt.

So hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) über fünf Millionen Dollar (4,4 Millionen Euro) an die staatliche Blutbank Syriens ausgezahlt, die allerdings unter Kontrolle des syrischen Verteidigungsministeriums steht. Selbst innerhalb der Organisation, so der "Guardian", wird bezweifelt, ob Blutkonserven den Patienten zugeteilt werden, die diese am dringendsten benötigen, oder ob das Militär bei der Verteilung bevorzugt wird.

Millionen für Asma Assads Charity

Die Hilfsorganisation Syria Trust, deren Vorsitzende Bashar al-Assads Gattin Asma ist, erhielt 8,5 Millionen Dollar (7,6 Millionen Euro); für Übernachtungen im Four-Seasons-Hotel in Damaskus, das zu einem Drittel dem Tourismusministerium gehört, gaben die Vereinten Nationen in den Jahren 2014 und 2015 9,3 Millionen Dollar (8,3 Millionen Euro) aus.

Die Unterkunft gilt als besonders sicher, weswegen sie gern von Ausländern gebucht wird. Eine UN-Sprecherin erklärte, angesichts der Versorgungslage in Syrien sei man auf die Kooperationen angewiesen: "Wenn wir entscheiden müssen, ob wir Hilfsgüter von Unternahmen beziehen, die in einem Naheverhältnis zum Regime stehen oder Zivilisten lebensnotwendige Hilfe verweigern, ist unsere Wahl klar: wir sind der hilfsbedürftigen Zivilbevölkerung verpflichtet."

Außerdem betonte die Sprecherin, dass die Uno nicht an Sanktionen der EU oder der USA gebunden ist, sondern lediglich an von ihr selbst verhängte Einschränkungen. (red, 30.8.2016)

  • Asma Assad bei eine Syria-Trust-Veranstaltung im Jänner 2010.
    foto: apa/epa/youssef badawi

    Asma Assad bei eine Syria-Trust-Veranstaltung im Jänner 2010.

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