Lügendetektor fürs ORF-Programm: Krimivierteiler "Pregau"

30. August 2016, 13:46
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Wer ab 26. September die Software eines Wiener Start-ups mithören lässt, bekommt Lügendetektor und Dossiers live zum Vierteiler

Wien – Zoe Straub stirbt in Pregau rasch den Serientod: Sie fährt betrunken ohne Führerschein in eine Kontrolle ihres Onkels, Polizist Maximilian Brückner. Sie verführt den Familienvater, um ihn von der Anzeige abzubringen, und bald ist sie nicht mehr.

Das ist für sich schon unschön, und noch unschöner wird das Bild der fiktiven Kleinstadt über die viermal 90 Minuten, die Nils Willbrandt für ORF und ARD geschrieben und inszeniert hat. Hier freilich soll das Publikum die Abgründe nicht nur mitansehen, sondern mitmachen – zumindest bei der Aufklärung des Geschehens.

Nun durfte das Publikum schon zum Jubiläums-Tatort nach den ersten 25 Jahren beitragen oder bei der Rettung von Dina Foxx im ZDF noch einen Fall im Web lösen.

foto: orf

Bei Pregau freilich sollen Smartphone, Tablet oder auch der Computer mithören. Wozu? Ein "Lügendetektor" verfolgt auf dem zweiten Bildschirm alle Dialoge und schlägt aus, wenn ein Seriencharakter die Unwahrheit sagt. Ein "Onlineprofiler" unterstützt mit kriminalpsychologischen Anmerkungen von Profi Reinhard Haller die Ermittlungen. Der Second Screen liefert auf bestimmte Audiosignale aus der TV-Serie hin Dossiers zu Protagonisten. Das Videoblog-Tagebuch eines Mädchens schildert die "düsteren Machenschaften" in Pregau aus subjektiver Sicht. Wenn man nicht einfach nur fernsehen möchte.

foto: [m] orf

Für die Onlineverbindung sorgt hier das Wiener Start-up Tonio (von Lounge-FM-Privatradiomacher Florian Novak). Die Software öffnet auf Tonsignale (etwa aus Radioprogrammen oder Radiowerbung) hin Webseiten auf Handys und anderen Geräten.

foto: orf

Fernsehdirektorin Kathrin Zechner will weitere fünf Jahre an der "Verbindung mit der digitalen Welt" arbeiten, am 15. September steht sie zur Wiederbestellung an. Wie ORF-Chef Alexander Wrabetz verspricht sie mehr österreichische Produktionen in der Konkurrenz mit Amazon und Netflix. Die Koproduktion kostet 6,3 Millionen Euro, der Fernsehfonds steuerte 1,3 Millionen bei. Ab 26. September. (fid, 30.8.2016)

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