IT-Panne am Flughafen: Systemversagen

Kommentar29. August 2016, 17:34
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Für Sicherungssysteme und Modernisierungsinvestitionen fehlt angesichts des enormen Wettbewerbs das Geld

Was ein kleines Feuer in der IT-Zentrale auslösen kann, wissen Delta-Passagiere aus leidvoller Erfahrung: Anfang August konnte die US-Airline an die 2000 Flüge nicht abwickeln, hunderte Flugzeuge und zehntausende Fluggäste blieben auf dem Boden. Abgesehen von Millionenkosten und Imageschaden durch solche Pannen: Es muss nicht gleich ein Kabelbrand sein, um die Verletzlichkeit von gemeinhin als unverwundbar geltenden EDV-Systemen vorzuführen. Programmfehler und Datenpannen reichen auch.

Am Wochenende traf es Wien. Tausende Passagiere mussten in Wien übernachten, weil die Übertragung von Flugplandaten durch die europäische Flugaufsicht Eurocontrol lahmte, wie deren österreichisches Pendant Austro Control betonte. Abgesehen vom verbesserungswürdigen Krisenmanagement des Flughafens – Betroffene kritisierten, dass sie nur zitzerlweise Informationen bekamen und ihnen die großflächig aufgebauten (und letztlich ungenützten) Feldbetten gar nicht angeboten worden seien –, wird der Vorfall nicht der letzte gewesen sein.

IT-Systeme werden immer komplexer. Jede E-Mail, jede SMS zur Information des Fluggasts erhöht den Komfort, verkompliziert aber Reservierungs- und andere Systeme. Den Durchblick hat wohl niemand mehr so richtig. Für Sicherungssysteme und Modernisierungsinvestitionen fehlt angesichts des enormen Wettbewerbs aber das Geld. (Luise Ungerboeck, 29.8.2016)

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