Kerry: IS für Terror in Bangladesch verantwortlich

29. August 2016, 16:58
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Regierung bestreitet Bedrohung durch ausländische Islamistengruppen

Dhaka/Washington – Hinter den jüngsten Anschlägen in Bangladesch steht nach den Worten von US-Außenminister John Kerry eindeutig die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). "Es gibt Beweise, dass der IS weltweit in Kontakt mit acht Bewegungen steht und eine davon in Südasien ist", sagte Kerry am Montag nach Gesprächen mit Regierungsvertretern in Dhaka.

Er habe "sehr deutlich gemacht", dass der IS auch mit einigen Extremisten in Bangladesch in Verbindung stehe, "und es gab keinen Einwand", fuhr er fort. Trotz einer Serie von Anschlägen auf Ausländer, Menschenrechtsaktivisten und Mitglieder religiöser Minderheiten in den vergangenen Jahren, zu denen sich das Terrornetzwerk Al-Kaida oder der IS bekannten, bestreitet die Regierung von Sheikh Hassina bis heute den Einfluss ausländischer Islamistengruppen. Kritiker werfen der Ministerpräsidentin vor, sie spiele deren Bedrohung herunter, um ihre politischen Gegner in Misskredit bringen zu können. So werden bei Razzien vor allem Aktivisten der Opposition festgenommen.

22 Tote

Der IS hatte sich unter anderem zu einem Anschlag auf ein Cafe in Dhaka am 1. Juli bekannt, bei dem 22 Menschen getötet wurden. Nach dem Blutbad gingen die Behörden aber gegen die einheimische Rebellengruppe Jamayetul Mujahideen Bangladesh (JMB) vor. Wenige Stunden, bevor sich Kerry in Dhaka äußerte, hatte die Polizei zwei mutmaßliche JMB-Mitglieder erschossen. Zwei Tage zuvor hatte die Polizei den mutmaßlichen Drahtzieher des Anschlags vom 1. Juli und zwei weitere Verdächtige bei einem Schusswechsel nahe Dhaka getötet.

Kerry vereinbarte nach eigenen Angaben bei seinen Gesprächen unter anderem mit der Ministerpräsidentin und ihrem Außenminister Mahmood Ali eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen den Geheimdiensten beider Länder. Gleichzeitig aber machte der US-Außenminister auch klar, dass der Schlüssel im Kampf gegen den Terrorismus die Verteidigung der "demokratischen Grundsätze" sei und nicht deren "Verrat". (APA, 29.8.2016)

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